Die Berner Wahlen waren auch Frauenwahlen
Die Berner Wahlen waren auch Frauenwahlen. Während der Frauenanteil im Grossen Rat weiter anstieg, waren die Bestgewählten im Kanton allesamt Frauen – sowohl in der Regierung als auch im Parlament. Obenaus schwangen vor allem Kandidatinnen von SP und SVP.

Der Frauenanteil im Grossen Rat beträgt neu 46,3 Prozent. In der abgelaufenen Legislatur lag er noch bei 39,4 Prozent. Nach einem Dämpfer bei den Wahlen 2010 ist dieser Anteil kontinuierlich gestiegen. In der Regierung bleibt er unverändert: Drei von sieben Mitgliedern sind Frauen. Bei dieser Wahl schwangen mit Astrid Bärtschi (Mitte) und Evi Allemann (SP) zwei Bisherige obenaus.
Im Parlament war in fünf von neun Wahlkreisen eine Frau die bestgewählte Person, nämlich in den Kreisen Berner Jura, Biel-Seeland, Bern, Mittelland-Süd und Oberland. Im Wahlkreis Thun unterlag die Thuner Gemeinderätin Eveline Salzmann (SVP) dem frisch gewählten Regierungsrat Lanz deutlich, im Kreis Emmental landete Andrea Gschwend-Pieren (SVP) hauchdünn hinter ihrem Parteikollegen Ruedi Fischer. In den Wahlkreisen Oberaargau und Mittelland-Nord belegten Männer die ersten fünf beziehungsweise zwei Plätze.
Die über den gesamten Kanton hinweg bestgewählten Personen waren allesamt Frauen. Valentina Achermann (SP, 13'384 Stimmen, Wahlkreis Bern) belegte den ersten Platz ganz knapp vor Tanja Bauer (SP, 13'379, Mittelland-Süd). Platz drei ging an Nadja Günthör (SVP, 12'758, Biel-Seeland). In den Wahlkreisen Berner Jura und Oberland triumphierten mit Anne-Caroline Graber (4119 Stimmen) und Stephanie Gartenmann (9841 Stimmen) zwei Frauen der SVP.
Die Resultate von Achermann und Gartenmann sind insbesondere deshalb bemerkenswert, waren die beiden doch erst im vergangenen Jahr in den Grossen Rat nachgerutscht.
Die Partei mit dem höchsten Frauenanteil im Grossen Rat ist neu die EVP mit 100 Prozent. Sie verlor vier von ihren neun Sitzen, abgewählt wurden aber nur Männer. Dahinter folgt die SP mit 69,4 Prozent Frauen. Bei den Grünen beträgt der Frauenanteil 58,8 Prozent, bei der GLP 40 Prozent. Bei der FDP sind es 38,9 Prozent, bei der Mitte 33,3 Prozent. Auf dem zweitletzten Rang liegt mit der SVP und 29,4 Prozent die stärkste Partei des Parlaments. Das Schlusslicht ist die EDU mit 25 Prozent.
Was die Wahl von Frauen anbelangt, stach insbesondere der Wahlkreis Bern heraus. 75 Prozent der 20 gewählten Personen waren Frauen. Mit David Stampfli (SP) folgte der bestgewählte Mann erst auf Platz 25. Vor ihm lagen sämtliche 20 Kandidatinnen der SP-Frauen, drei Kandidatinnen des GB und Brigitte Hilty Haller von der GFL.
Weiter ist Bern SP-Terrain. Hinter Achermann gelang auch der abtretenden Grossratspräsidentin Edith Siegenthaler sowie Ursula Marti, Meret Schindler und neu Lena Allenspach und Shasime Osmani die Wahl. Allenspach und Osmani sind denn auch die einzigen im Wahlkreis Bern, die es neu in den Rat schafften. Hinzu kommen noch die Bisherigen Stampfli und Stefan Jordi – die Partei legte um einen Sitz zu und hält nun 8 der 20 Sitze im Wahlkreis.






