Stadt Bern

    Das sagt Casimir von Arx (GLP) zur Feuerwerks-Initiative

    Casimir von Arx
    Casimir von Arx

    Bern,

    Der Berner GLP-Grossrat Casimir von Arx äussert sich in seinem Gastbeitrag zur Feuerwerks-Initiative.

    Casimir von Arx
    Casimir von Arx ist GLP-Grossrat im Kanton Bern und Präsident Berner Tierschutz. - zVg

    Wie haben Sie dieses Jahr den Abend des 1. Augusts verbracht? Ich war bei Freunden eingeladen. Wir sassen im Garten, unterhielten uns über dies und jenes, assen und tranken, während es langsam dunkel wurde, und hatten eine gute Zeit.

    Feuerwerk haben wir keins gezündet. Die Nachbarn auch nicht. Wegen der anhaltenden Trockenheit waren Feuerwerke bei uns verboten, wie fast in der ganzen Schweiz.

    Haben sie uns gefehlt? Nicht wirklich. Klar, manche Feuerwerke sind schön anzusehen. Auf der anderen Seite genossen wir die ruhige Atmosphäre an diesem schönen Sommerabend.

    Herznach-Ueken
    Die Schweiz stimmt am 29. November über die Feuerwerks-Initiative ab. (Symbolbild) - keystone

    Bei der Feuerwerksinitiative, über die wir am 29. November abstimmen, geht es aus meiner Sicht aber nur am Rande um uns Menschen und die Qualität unserer Feste. An dieser wird sich bei Annahme der Initiative nicht viel ändern.

    Auf lautes Feuerwerk zu verzichten, hat Vor- und Nachteile. Matchentscheidend für eine gelungene Feier ist es nicht.

    Tiere erleben lautes Feuerwerk völlig anders als wir Menschen

    Ganz anders für viele Tiere: Böller und explodierende Raketli versetzen sie in Angst und Panik. Sie können die unerwartete Knallerei nicht einordnen und halten sie für eine Bedrohung.

    Manche leiden einfach darunter – teils noch Wochen später. Andere ergreifen die Flucht und rennen oder fliegen planlos davon.

    Viele Hunde, Katzen, Vögel, Rehe, Kühe usw. erleben die flächendeckende Knallerei wirklich komplett anders als wir Menschen. Haustiere haben vielleicht noch das Glück, dass ihre Besitzerinnen mit ihnen an einen Ort verreisen, wo kein Feuerwerk gezündet wird.

    Landwirtschaftliche Tierhalter hingegen können ihr Vieh nicht einfach einpacken und mit ihm in den Schwarzwald fahren. Und für Wildtiere gibt erst recht keinen Schutz.

    Stress, Angst, Lebensgefahr – für Tiere ist lautes Feuerwerk ein ernstes Problem

    Die panikartige Flucht kann ernste, mitunter tödliche Verletzungen nach sich ziehen. Oder sie geht kräftemässig ans Eingemachte: ein Sprint in einer kalten Silvesternacht beansprucht wichtige Energiereserven, die das Wildtier eigentlich bräuchte, um den Winter zu überstehen.

    Auch das ein Problem, welches wir Menschen nicht haben und das uns vielleicht nicht bewusst ist.

    Wie stimmst du zur Feuerwerksinitiative?

    Eine weitere Gefahrenquelle sind Feuerwerkskörper, die in der Luft explodieren und abgebrannt auf eine Wiese fallen.

    Wenn der Bauer sie vor dem Mähen nicht entfernt, können sie zerhäkselt im Winterheu landen und mitsamt der darin enthaltenen Schadstoffe verfüttert werden.

    Feiern statt feuern!

    Im Vergleich zu diesen Belastungen für die Tierwelt ist der Nutzen von lautem Feuerwerk vernachlässigbar. Feiern können wir auch mit leisen Blickfängen wie «Vulkanen» oder «Sonnen».

    Bei Annahme der Initiative wird die Auswahl an leisem Feuerwerk vermutlich noch wachsen. Die Initiative erlaubt ausserdem einzelne grössere, professionelle Feuerwerke, von denen sehr viele Leute gleichzeitig profitieren können.

    Wenn Sie den Tieren in unserem Land etwas Gutes tun möchten, stimmen Sie bitte Ja. Möchten Sie gesellig feiern, empfehle ich Ihnen, sich mit netten Leuten zu umgeben und für Speis und Trank zu sorgen. Das eine schliesst das andere nicht aus.

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    Casimir von Arx (*1981) ist GLP-Grossrat im Kanton Bern und Präsident Berner Tierschutz.

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