Bieler Stadtrat: Partnerschaft mit palästinensischer Stadt?

    Redaktion
    Redaktion

    Biel/Bienne,

    Ein Postulat fordert in Biel eine Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt. Eine Mehrheit im Stadtrat ist dafür. Die Stadtpräsidentin sieht Hürden.

    Palästina Gaza Krieg
    Geht Biel bald eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Stadt ein? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • «Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt»: Das fordert in Biel ein Postulat.
    • Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi sieht die Umstände als schwierig an.
    • Die Mehrheit im Bieler Stadtrat ist allerdings dafür.

    Der Bieler Stadtrat hat am Donnerstagabend über eine mögliche Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt befunden. Das überparteiliche Postulat von Stadträtin Nina Schlup (Juso) und Philippe Weber (Grüne) forderte den Gemeinderat auf, entsprechende Schritte einzuleiten.

    Die geplante Partnerschaft sollte einem «gesellschaftlichen Austausch und der Stärkung der demokratischen Strukturen» dienen.

    Eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Stadt: Eine gute Idee?

    Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi (PSR) schlug vor, das Postulat symbolisch anzunehmen. Gleichzeitig sollte es aber als erfüllt abgeschrieben werden. Sie betonte die schwierigen Umstände für eine konkrete Umsetzung.

    «Danke für die Empörung, die uns zum Handeln bewegt», sagte Gonzalez Bassi laut «ajour». «Es geht nicht darum, über die in diesem Konflikt beteiligten Kräfte zu sprechen. Die Hamas ist nicht das Thema. Das Thema ist das Leid und die Not, in der sich Palästina in Gaza befindet.»

    Und ergänzte: «Wir haben versucht, Kontakt aufzunehmen, aber das ist nicht möglich.»

    Glenda Gonzalez Bassi
    Die Bieler Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi (PSR). - keystone

    Postulantin Schlup verteidigte ihren Vorstoss im Stadtrat: «Wir fordern eine Städtepartnerschaft. Es soll ein echter Dialog stattfinden und Hilfe angeboten werden.» Die palästinensische Bevölkerung habe es verdient, «dass wir uns für sie anstrengen», auch wenn dies mit Aufwand verbunden sei.

    Ihr Mitstreiter Weber argumentierte mit demokratischen Werten. Er wolle «die Demokratie über unsere Grenzen hinaus fördern».

    Bürgerliche Kräfte äussern Bedenken

    Die Opposition gegen das Postulat kam hauptsächlich aus bürgerlichen Reihen.

    Stadtrat Bryan Manzoni (PRR) sprach im Namen seiner Fraktion. Der Vorschlag einer Städtepartnerschaft erscheine harmlos, sei aber mit Kosten verbunden. «Diese Mittel könnten anderweitig eingesetzt werden», fügte er hinzu.

    SVP-Stadtrat Stefan Maurer lehnte das Postulat ebenfalls ab: «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet eine Stadt im Gazastreifen ausgewählt werden soll.»

    Partnerschaft mit palästinensischer Stadt prüfen

    Das Postulat erhielt letztendlich Unterstützung von 32 Stadträtinnen und Stadträten, wie «ajour» berichtet. Diese Mehrheit sprach sich also für eine Städtepartnerschaft aus. 29 Stadträtinnen und Stadträte lehnten es ab, das Postulat als erfüllt abzuschreiben.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2375 (nicht angemeldet)

    Was kann man denn schon anderes von der Juso und den Grünen schon erwarten. Einfach zum Fremdschämen, diese Kostenträger, welcher dem Steuerzahler auf der Tasche liegen.

    User #3631 (nicht angemeldet)

    Gruselig, dieses Biel, immer mehr.

    Weiterlesen

    Palestine Cola
    «Akt der Solidarität»
    demo
    649 Interaktionen
    Migration statt Klima
    Della Casa
    137 Interaktionen
    Nach Berner Demo

    MEHR AUS BIEL

    Bellmund BE
    Bellmund BE
    Biel BE
    Biel BE
    Biel BE
    Biel BE