Berner Stadtrat verabschiedet Valentina Achermann und Tom Berger

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Bern,

Das Berner Stadtparlament hat am Donnerstag gleich zwei bekannte Gesichter verabschiedet. Valentina Achermann (SP) und Tom Berger (FDP) nahmen ein letztes Mal Einsitz im Rat.

Valentina Achermann (SP) politisiert künftig im Kantonsparlament. (Archivbild)
Valentina Achermann (SP) politisiert künftig im Kantonsparlament. (Archivbild) - Handout Kanton Bern

Achermann sass seit 2021 im Stadtrat, welchen sie 2024 präsidierte. Sie setzte sich unter anderem für die psychische Gesundheit, für Freiräume, für Menschen mit Migrationshintergrund sowie gegen sexualisierte und häusliche Gewalt ein.

Sie sei sehr gerne im Stadtrat gewesen, die Zeit habe sie politisch und persönlich geprägt, zitierte Ratspräsidentin Jelena Filipovic (GB) aus dem Rücktrittsschreiben Achermanns. Stadträtin zu sein sei ein grosses Privileg, das Amt verlange aber auch viel ab. Für viele sei es nur schwer mit der eigenen Lebensrealität vereinbar. «Wir müssen bei unseren Entscheidungen deshalb auch immer die Menschen im Blick haben, die nicht hier drin sitzen.»

Bei den Wahlen 2024 war Achermann die bestgewählte Stadträtin. Aus den Grossratswahlen im März 2026 ging die Psychotherapeutin als die über den gesamten Kanton hinweg bestgewählte Person hervor.

Dem Kantonsparlament gehört Achermann bereits seit vergangenem September an, als sie auf Nicola von Greyerz folgte. Im Stadtrat wird Achermann von Raphaela Tschümperlin beerbt.

Tom Berger wurde 2016 ins Berner Stadtparlament gewählt, das er 2025 präsidierte. Er machte sich unter anderem mit seinem Engagement zugunsten des Berner Nachtlebens einen Namen.

An seinen über 200 Abenden im Stadtrat habe er sehr erfüllende Momente erlebt, zitierte Filipovic aus dem Rücktrittsschreiben Bergers. Zuletzt hätten sich aber die Momente gehäuft, in denen er sich gefragt habe, weshalb er die Ratsarbeit noch mache. Deshalb sei es jetzt Zeit für den Rücktritt.

Nicht nur die politischen Mehrheiten seien einseitiger geworden, auch die Debattenkultur habe sich verändert, so Berger. «Zu oft wird gesprochen, ohne dass wirklich zugehört wird. Zu schnell wird das Gegenüber in eine Schublade gesteckt.» Das stimme ihn nachdenklich, Demokratie lebe schliesslich vom Austausch.

Bei den kantonalen Wahlen vom März belegte Berger den ersten Ersatzplatz auf der Liste der FDP Stadt Bern. In den Stadtrat rutscht für ihn der Ökonom Raphael Karlen nach.

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