Berner Sicherheitsdirektor erleichtert über ausbleibende Eskalation

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste) hat sich im Nachgang der Anti-WEF-Demonstration vom Samstag zufrieden mit dem Ausgang gezeigt. Das Grossaufgebot habe die unbewilligte Veranstaltung kontrolliert begleitet, bilanzierte er.

Der Berner Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried hat den Polizeieinsatz am Samstag vor Ort beobachtet. (Archivbild)
Der Berner Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried hat den Polizeieinsatz am Samstag vor Ort beobachtet. (Archivbild) - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

«Ich bin froh, dass es gestern zu keinen Ausschreitungen wie anlässlich der unbewilligten Kundgebung letzten Herbst gekommen ist», schrieb er in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Tags zuvor löste die Polizei mit einem massiven Aufgebot eine Kundgebung gegen das Weltwirtschaftsforum auf.

Dem Gemeinderat sei es wichtig, «dass friedlich demonstriert werden kann, aber ohne Gewalt und Sachschäden», so von Graffenried. Das sei am Samstag beides gelungen. Die Stadt hatte die Weisung erteilt, eine Platzkundgebung zu tolerieren – nicht aber einen Umzug. Nachdem sich die Demonstrierenden in Bewegung setzten, stellten die Einsatzkräfte ein Ultimatum und kesselten die Verbliebenen ein.

Zufrieden zeigte sich auch der kantonale Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP). In einem Beitrag auf der Plattform X bedankte er sich für die «gute Arbeit der Polizei». Von Linksaussen hingegen gab es Kritik: Die Alternative Linke (AL) sei schockiert über den Polizeieinsatz, schrieb sie in einem Communiqué. Die Partei verurteile «diese Machtdemonstration der Polizei, die die Bewegungsfreiheit in der Stadt ausser Kraft gesetzt hat».

Der Einsatz entspreche nicht der rotgrünen Deeskalationsstrategie, machte die AL geltend. Am Donnerstag hatte der Gemeinderat in seinem Bericht zur politischen Aufarbeitung der eskalierten Gaza-Demo vom 11. Oktober beteuert, weiterhin auf Dialog und Deeskalation setzen zu wollen.

Im Unterschied zum vergangenen Herbst war die Anzahl der Teilnehmenden bedeutend geringer, so von Graffenried. «Nicht alle kamen jedoch mit friedlichen Absichten.» Für die Kantonspolizei sei es ein herausfordernder Einsatz gewesen.

Im Rahmen der Kundgebung kontrollierten Einsatzkräfte rund 200 Personen. Dabei stellten sie Schutz- und Vermummungsmaterial sowie Gegenstände wie Pyros und Steine sicher. 25 Personen wurden unter anderem wegen mutmasslichen Straftaten angehalten.

Ursprünglich demonstrierten wenige hundert Menschen auf dem komplett abgeriegelten Bahnhofplatz, im Kessel befanden sich einige Dutzend. Die Polizei setzte laut eigenen Angaben bei Tumulten im Kessel Pfefferspray ein. Sieben Einsatzkräfte seien zudem mit Lasern geblendet worden.

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