Berner Regierung will nationalen Bericht zur Spermienqualität
Die Spermienqualität junger Männer soll systematisch erhoben werden – und zwar auf nationaler Ebene. Dieser Meinung ist der Berner Regierungsrat. Er möchte deshalb einen überparteilichen Vorstoss im Grossen Rat nur als Postulat annehmen.

Romeo Arnold (GLP) und Mitunterzeichnende von Grünen, SVP, SP, EVP, EDU und GLP wünschen sich einen Bericht über die Spermienqualität junger Männer im Kanton Bern. Dabei sollen auch regionale Unterschiede aufgezeigt werden. Im Vorstoss wird auf Studien verwiesen, wonach die Qualität der Spermien in Nordamerika, Europa und Australien drastisch abnimmt.
Der Regierungsrat hält einen Bericht für sinnvoll, wie er in seiner am Dienstag veröffentlichten Antwort schreibt. Belastbare Ergebnisse erforderten aber grosse Datenmengen. Eine umfassende Erhebung sei daher nur schweizweit sinnvoll und müsse koordiniert erfolgen.
In seiner Antwort verweist die Regierung auch auf eine Studie der Universität Genf von 2025. Dabei wurden Spermienproben von jungen Schweizern ausgewertet, die im Rahmen der Rekrutierung für den Militärdienst untersucht wurden.
Dabei zeigten sich regionale Unterschiede. So gilt der Raum zwischen Bern und Thun als Gebiet mit besonders tiefer Spermienqualität. Die Region ist stark landwirtschaftlich geprägt.
Als mögliche Ursachen nennt der Regierungsrat Umwelt- und Lebensstil-Faktoren. Dazu zählen etwa Pestizide, industrielle Schadstoffe und PFAS-Chemikalien sowie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht und Hitze.
Der Regierungsrat will das Thema zugleich in kantonalen Strukturen weiterverfolgen. Die bestehende One-Health-Plattform soll sich damit befassen und den Austausch mit Bundesstellen koordinieren.










