Behörden sind rund 100 Nasskühltürme in Basel-Stadt bekannt
Der Legionellenausbruch in Basel mit 25 Erkrankten und einem Todesopfer rückt Nasskühltürme in den Fokus. Dem Kanton Basel-Stadt sind rund 100 Anlagen bekannt, eine vollständige Erfassung fehlt jedoch.

Dies gaben das Gesundheitsdepartement (GD), das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) sowie das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekannt.
Nasskühltürme dienen dazu, Wärme aus Industrieanlagen, Gebäuden oder Kälteanlagen über verdunstendes Wasser an die Umgebung abzugeben. Eine Meldepflicht für Betreiberinnen und Betreiber besteht allerdings nicht. Dafür fehle derzeit die gesetzliche Grundlage, heisst es seitens Kanton. Eine solche Regelung müsste nach Ansicht der Behörden idealerweise auf Bundesebene geschaffen werden.
Nasskühltürme sind laut GD-Sprecherin Anne Tschudin normalerweise Teile von Industrieanlagen und als Bestandteil oder Einzelanlagen «grundsätzlich baubewilligungspflichtig». Das Bau- und Gastgewerbeinspektorat führe jedoch keine Statistiken zu Einzel- oder Gesamtanlagen.
Dunkelziffer unklar
Das Kantonale Laboratorium nimmt Anlagen mit Nasskühltürmen in eine interne Liste auf, wenn es sie im Rahmen von Baubegehren erkennt, schreibt Tschudin. Derzeit seien ihm rund 100 Anlagen bekannt. Es würden jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Anlagen durch das Kantonslabor im Rahmen von Baugesuchen geprüft, da nicht alle Anlagen dem Chemikalienrecht unterstellt seien. Wie hoch die Dunkelziffer sei, könne nicht abgeschätzt werden.
Laut Tschudin werden Anlagen mit Nasskühltürmen im Baubewilligungsverfahren auch vom Amt für Umwelt und Energie auf die Einhaltung der energierechtlichen Vorgaben sowie vom Kantonalen Laboratorium auf die Einhaltung der chemikalienrechtlichen Vorschriften zu Kältemitteln geprüft.
Als Ursache des Legionellenausbruchs gelten zwei mit Legionellen belastete Nasskühltürme auf dem Dach des Manor-Hauptsitzes an der Rebgasse. Die Anlagen wurden vergangene Woche ausser Betrieb genommen und sollen saniert werden. Infolge des Legionellenausbruchs sind in Basel in den letzten zwei Wochen 26 Menschen erkrankt, davon ist eine Person verstorben.






