FCB: Maissen erteilt Lichtsteiner ein Shaqiri-Auswechselverbot
Schluss mit den Auswechslungen von Xherdan Shaqiri beim FCB! Stephan Lichtsteiner schwächt seinen Captain, schreibt Nau.ch-Kolumnist Erni Maissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Erni Maissen kritisiert Stephan Lichtsteiner für seine Shaqiri-Auswechslungen.
- «Er gibt ihm nicht die Wertschätzung, die er verdient», so die FCB-Legende.
- Zudem schreibt Maissen über die Personalien Celar, Victory, Hunziker und Koloto.
Zwei Spiele, vier Torschüsse, ein Tor. Beim FCB ist beim besten Willen nicht zu erkennen, woran in der Sommerpause geschraubt wurde. Der Basler Fussball ist weder interessanter noch variantenreicher geworden. Null Schritte nach vorne unter Coach Lichtsteiner.
Ganz ehrlich: Vaduz-Spiele sind viel besser anzuschauen als jene des FCB. Der Aufsteiger erarbeitet sich Chance um Chance, verliert zwei Mal unverdient.
Basel kann das nicht. Was Rotblau zeigt, ist deutlich zu wenig, um vorne dabei zu sein. Wenn es Shaqiri nicht läuft, läuft es dem FCB nicht.
Es ist offensichtlich, dass das Verhältnis zwischen Trainer Lichtsteiner und Captain Shaqiri nicht gut ist.

Sofort aufhören mit den Shaqiri-Wechseln!
Im Lausanne-Spiel kommt es zum Wortgefecht auf dem Platz zwischen den ehemaligen Nati-Teamkollegen. Ein Indiz, dass die Chemie nicht stimmt, ist auch die Statistik. In 17 Partien unter Lichtsteiner verbucht der einstige Liga-Topscorer zwei Skorerpunkte.

Bei Shaqiri ist nur noch wenig Begeisterung und Lust zu sehen. Kein Wunder, wenn dich der Trainer schwächt.
Was sollen eigentlich diese Shaqiri-Auswechslungen? Dass Shaqiri daran keine Freude hat, ist klar. Coach Lichtsteiner muss damit sofort aufhören.
Meine Meinung ist klar: Shaqiri darfst du nie rausnehmen. Ein stehender Ball reicht, um in den letzten 15 Minuten ein Spiel zu entscheiden.
Lichtsteiner schwächt Shaqiri, statt ihn zu stärken
Lichtsteiners Aufgabe wäre es, sein 34-jähriges Genie zu stärken. Zu 100 Prozent hinter ihm stehen.
Shaq muss alle Freiheiten haben, seine grosse Qualität ist die Kreativität. Shaqiri muss von Laufarbeit befreit werden. Das dürfen jüngere Spieler für ihn erledigen, dafür braucht es keine Ausbildung. Wenn du einen Shaqiri im Team hast, dann musst du dein Spiel auf ihn ausrichten, sonst geht es nicht.

Stattdessen wird Shaqiri in der Schlussphase, wenn das Spiel in die entscheidende Phase geht, ausgewechselt. Damit schwächt Lichtsteiner den Status des Captains und besten Spielers der Mannschaft. Lichtsteiner gibt ihm nicht die Wertschätzung, die er verdient. Schluss damit!
Der Trainer ist böse angezählt
Mit den beiden Auftritten ist Lichtsteiner böse angezählt. Für mich war es von Anfang an der falsche Trainer (hier gehts zur Maissen-Kolumne zur Lichtsteiner-Anstellung).
Lichtsteiner ist gekommen und hat gleich drei entscheidende Spiele in drei Wettbewerben verloren. Ein schlimmer Einstand – doch Lichtsteiner braucht Zeit, so hiess es. Das war übrigens im letzten Februar.

Zeit hatte Lichtsteiner also genug, inklusive ganzer Vorbereitung. Ich glaube nicht, dass er die Mannschaft erreicht.
Mit einem Sieg gegen Thun am Sonntag würde er sich etwas Luft verschaffen. Doch es ist ein ewiges Auf und Ab. Das erfüllt die Ansprüche in Basel nicht (mindestens Top-3).
Zum Schluss noch ein Wort zu einigen Personalien.
Celar, Victory, Hunziker – und wurde Koloto überheblich?
Zan Celar: Ist noch keine Licht-Figur im Sturm. In Lugano hat er einst 15 Saison-Tore erzielt – allerdings waren sechs davon Penaltys.
Im Ausland lief es dann nicht mehr. Ich erwarte von ihm, dass er sich selbst Chancen erarbeitet. Muss sich verbessern.

Akpe Victory: Viele haben einen guten Eindruck von ihm. Er ist sicher kopfballstark, die Abwehr hat stabil ausgesehen.
Trotzdem stehe ich auf die Euphorie-Bremse: Servette und Lausanne haben offensiv gar nichts zustande gebracht. Ich fälle mein Urteil nach einer Partie gegen YB, Lugano oder St. Gallen.

Andrin Hunziker: Der FCB wollte ihn nicht mehr. Für den FCSG trifft er im ersten Spiel zum Sieg. Es sah so aus, als habe er alle Lügen gestraft.
Auch hier bin ich skeptisch bei den endgültigen Meinungen. Schon im zweiten Spiel taucht er ab, wird ausgewechselt. Sein Ersatz erzielt zwei Tore – setzt sich Hunziker wirklich durch?

In früheren Kolumnen schrieb ich, dass Hunziker die Sturm-Probleme des FCB nicht löst. Und bleibe dabei.
Giacomo Koloto: Ihn hat man Hunziker vor die Nase gesetzt. Doch nun wird Giacomo Koloto in die U21 zurückgestuft. Das ist sehr speziell – und gibt Raum für Spekulationen.
Was ist los? Setzt man Druck auf, weil Koloto überheblich wurde?

Zur Person: Erni Maissen
Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore. Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 67-Jährige bis heute eine Legende.
Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt. Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!












