Aargauer Regierungsrat will Sprachunterricht an Schulen neu ordnen
Der Aargauer Regierungsrat will den Fremdsprachenunterricht in der Volksschule später starten und dafür die deutsche Sprache stärken: Er lehnt eine rasche Verschiebung der zweiten Fremdsprache jedoch ab – er will zunächst ein Strategiepaket erarbeiten.

Die SVP hatte in einer Motion gefordert, dass Schülerinnen und Schüler nicht bereits in der fünften Klasse mit der zweiten Fremdsprache konfrontiert werden. Bevor sie diese erlernten, sollten sie zunächst andere Kompetenzen erwerben.
Der Regierungsrat lehnt diese Motion zwar ab, wie seiner am Freitag veröffentlichten Antwort zu entnehmen ist. Er ist aber bereit, das Anliegen in Form eines unverbindlicheren Postulats entgegenzunehmen.
Der Regierungsrat teilt die Sorge der SVP um die Sprachkompetenzen grundsätzlich. Viele Schülerinnen und Schüler erreichten die Grundanforderungen in Deutsch heute nicht, heisst es in der Antwort. Rund 40 Prozent der Kinder sprächen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch.
Um in der Schule erfolgreich lernen zu können, müsse die Unterrichtssprache gefestigt sein, hält der Regierungsrat weiter fest: «Vor dem Erwerb einer Fremdsprache muss deshalb auf einen qualitativ hochwertigen Deutschunterricht fokussiert werden.»
Der Fremdsprachenunterricht solle in der Aargauer Volksschule später, dafür in einer intensiveren Form einsetzen.
Was dies konkret heisst, lässt der Regierungsrat in seiner Antwort offen. Denn das Departement Bildung, Kultur und Sport erarbeitet derzeit ein Strategiepaket Sprachen. Dieses umfasst die Deutschförderung fremdsprachiger Kinder, die Stärkung der Deutschkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler sowie die Fremdsprachen Englisch und Französisch.
Das Anliegen der SVP-Motion zur zweiten Fremdsprache soll nun im Sinne eines Prüfauftrages in diese Strategie einfliessen, regt der Regierungsrat an. Weitere bereits überwiesene oder noch hängige Vorstösse zum Thema Bildung sollen ebenfalls berücksichtigt werden.






