Aargauer Regierungsrat will Sprachunterricht an Schulen neu ordnen

Keystone-SDA Regional
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Wohlen,

Der Aargauer Regierungsrat will den Fremdsprachenunterricht in der Volksschule später starten und dafür die deutsche Sprache stärken: Er lehnt eine rasche Verschiebung der zweiten Fremdsprache jedoch ab – er will zunächst ein Strategiepaket erarbeiten.

Der Fremdsprachenunterricht an der Aargauer Volksschule soll später einsetzen: Der Regierungsrat erarbeitet ein Strategiepaket. (Symbolbild)
Der Fremdsprachenunterricht an der Aargauer Volksschule soll später einsetzen: Der Regierungsrat erarbeitet ein Strategiepaket. (Symbolbild) - Keystone/REGINA KUEHNE

Die SVP hatte in einer Motion gefordert, dass Schülerinnen und Schüler nicht bereits in der fünften Klasse mit der zweiten Fremdsprache konfrontiert werden. Bevor sie diese erlernten, sollten sie zunächst andere Kompetenzen erwerben.

Der Regierungsrat lehnt diese Motion zwar ab, wie seiner am Freitag veröffentlichten Antwort zu entnehmen ist. Er ist aber bereit, das Anliegen in Form eines unverbindlicheren Postulats entgegenzunehmen.

Der Regierungsrat teilt die Sorge der SVP um die Sprachkompetenzen grundsätzlich. Viele Schülerinnen und Schüler erreichten die Grundanforderungen in Deutsch heute nicht, heisst es in der Antwort. Rund 40 Prozent der Kinder sprächen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch.

Beherrschst du eine Fremdsprache?

Um in der Schule erfolgreich lernen zu können, müsse die Unterrichtssprache gefestigt sein, hält der Regierungsrat weiter fest: «Vor dem Erwerb einer Fremdsprache muss deshalb auf einen qualitativ hochwertigen Deutschunterricht fokussiert werden.»

Der Fremdsprachenunterricht solle in der Aargauer Volksschule später, dafür in einer intensiveren Form einsetzen.

Was dies konkret heisst, lässt der Regierungsrat in seiner Antwort offen. Denn das Departement Bildung, Kultur und Sport erarbeitet derzeit ein Strategiepaket Sprachen. Dieses umfasst die Deutschförderung fremdsprachiger Kinder, die Stärkung der Deutschkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler sowie die Fremdsprachen Englisch und Französisch.

Das Anliegen der SVP-Motion zur zweiten Fremdsprache soll nun im Sinne eines Prüfauftrages in diese Strategie einfliessen, regt der Regierungsrat an. Weitere bereits überwiesene oder noch hängige Vorstösse zum Thema Bildung sollen ebenfalls berücksichtigt werden.

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Kommentare

User #3523 (nicht angemeldet)

„Liebe“ SVP: Wenn ich zur Gemeinde komme, treffe ich dort ein relativ junges und multikulturelles Team, das nicht nur sehr freundlich und serviceorientiert ist, sondern neben Schweizerdeutsch auch sehr gut Hochdeutsch spricht und gegebenenfalls auch gerne (gut!) Englisch spricht! Wenn ich zum Beispiel mit der Stadt- oder Regionalpolizei in Kontakt komme (ich habe eine Frage oder sie haben eine Frage an mich), dann ist es eigentlich immer so, dass (vor allem) die älteren Beamten (SVP-Mitglieder... ?) stur in Schweizer Dialekt sprechen. Selbst wenn klar ist, dass ich manche Dinge nicht verstehe (weil ich manche Schweizer Wörter nicht kenne) und ich die ganze Zeit einfach Hochdeutsch spreche (was nicht einmal meine Muttersprache ist). Ich schlage vor, dass die SVP zunächst einmal einen Aufruf an ihre Mitglieder richtet, die auch Beamte sind, und sie bittet, Hochdeutsch zu sprechen, wenn es die Situation erfordert. Oder wenn sie Hochdeutsch nicht beherrschen oder sich nicht trauen, es zu sprechen, dann sollten sie einen Zusatzkurs in Hochdeutsch belegen. Wenn man als Beamter eine öffentliche Aufgabe hat, muss man in der Lage sein, mit den Einwohnern seines eigenen Kantons zu kommunizieren. Von mir aus müssen Sie kein Japanisch lernen, aber zumindest Hochdeutsch! Und eventuell auch noch einige Grundkenntnisse in Französisch und Italienisch: Die Schweiz hat drei Amtssprachen, das sind Mitbürger. Aber fangen Sie zunächst einmal an mit Hochdeutsch.

edelweisz

Wihr lärne nu ingliesch in dä schuhlä, wail deuösch köne wihr schohn. 🤪

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