Parlament

Aargauer Parlament kürzt erste Ausgaben im Budget 2026

Keystone-SDA Regional
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Aarau,

Der Aargauer Grosse Rat trifft erste Sparentscheide für das Budget 2026. Doch nicht alle Vorschläge finden Zustimmung.

Blick in das Aargauer Grossratsgebäude.
Blick in das Aargauer Grossratsgebäude. - Keystone

Der Aargauer Grosse Rat hat am Dienstag bei der Beratung des Budgets 2026 erste Sparentscheide getroffen.

Das Parlament hiess jedoch nicht alle von den Kommissionen beantragten Sparanträge gut. Bei den Abstimmungen gibt es in Regel zwei Lager: SVP/FDP gegen Mitte, SP, GLP, Grüne und EVP.

So beschloss der Grosse Rat mit den Stimmen von SVP und FDP eine «pauschale Aufwandkürzung» von 17,5 Millionen Franken über die fünf Departemente hinweg. Der Entscheid fiel mit 73 zu 63 Stimmen. Die Mitte-Partei und die Linksparteien waren dagegen. Wo genau die Departemente sparen sollen, ist nach dem Entscheid unklar.

Zu reden gab auch der Antrag, den Beitrag von 55'000 Franken an die Printausgabe des traditionellen «Schulblatts» für die Kantone Aargau und Solothurn zu kürzen. Der Kanton nutzt das Magazin als offizielles Informationsorgan. Es handle sich um das «gewerkschaftliche Kampfblatt» von Bildung Aargau, hielt die FDP fest. Die Streichung wurde mit 73 zu 64 Stimmen abgelehnt.

Bildungsdepartement verteidigt Schulblatt

Bildungsdirektorin Martina Bircher (SVP) sagte zuvor, die 55'000 Franken seien dafür da, dass das Departement seine fachlichen Informationen auf Textseiten darstellen könne. Man sei weiter darauf angewiesen, diese Seiten einkaufen zu können.

Es gab auch kleine Sparentscheide. So wurde der Budgetposten für Öffentlichkeitsprinzip und Datenschutz um 9000 Franken gekürzt. Das entspricht einem Prozent des entsprechenden Budgetpostens.

Sparvorschläge bei Migration und Integration

Beim Globalbudget für den Aufgabenbereich Migration und Integration gab es den Antrag der Sicherheitskommission für eine Kürzung von 485'000 Franken. Ein solcher Sparvorschlag sei unmotiviert und ohne sachliche Argumente, hielt die SP fest.

Die Mitte wies darauf hin, es bei diesem Posten gehe es auch um die Erteilung von Arbeitsbewilligungen. Die GLP war auch dagegen. Die Verfahren würden sich verzögern. Die SVP wollte kürzen. Die Ausgaben sollten auf dem Stand von 2025 bleiben. Der Kürzungsantrag scheiterte mit 91 zu 42 Stimmen.

Kritik an Stellenkürzungen bei Staatsanwaltschaft

Bei der Staatsanwaltschaft sollte gemäss der Sicherheitskommission auch weniger neue Stellen geben für die Erledigung der Strafverfahren. Es ging um 480'000 Franken. Es wird laut Regierungsrat in diesem Jahr 20 Prozent mehr hängige Verfahren geben. Letztlich unterstützte fast nur die SVP den Kürzungsantrag. Er scheiterte.

Kommentare

User #3958 (nicht angemeldet)

#2505 Ich denke, Sie haben (fast) vollkommen Recht. Aber Sparen sollte natürlich nicht für sich allein stehen. Es sollte einem Zweck dienen. Wenn ich mich nicht irre, hat Aargau einen Überschuss von etwa 900 Millionen. In diesem Fall würde man erwarten, dass eine Regierung dieses Geld in notwendige Einrichtungen investiert, die jedoch nur unzureichend gefördert werden. Wenn Sparmassnahmen jedoch nicht im Dienste einer logischen Finanzbilanz stehen und aus purer Geiz und Hass gegenüber Armen und Kranken vorgeschlagen werden, dann kann man durchaus von einem fragwürdigen Menschenbild sprechen. Kranke und arbeitslose Menschen sind immer noch Menschen und sollten daher auch von ihren Mitmenschen menschlich behandelt werden. Ja, ich denke, die Absicht ist, dass Menschen wie Sie in einen anderen Kanton oder ins Ausland ziehen (wie es auch viele Rentner tun). Das ist eine ziemliche Herausforderung. Und ich vermute, dass es in Deutschland entlang der Grenze zur Schweiz nicht einfach ist, eine Wohnung zu finden. Und einen reichen Partner (oder überhaupt einen Partner) zu finden, ist auch nicht einfach, wenn man arbeitslos oder krank ist. Aber manchmal ist ein Umzug die bessere Option, als darauf zu warten, dass es besser wird (denn ich sehe nicht, dass sich die politische Stimmung in Aargau in eine Richtung ändert, die eine Verbesserung Ihrer Situation mit sich bringt). Ich habe Mitleid mit Ihnen und wünsche Ihnen viel Kraft.

User #2505 (nicht angemeldet)

Ich muss sagen, das Sparen ist eine gute Geschichte aber man sollte nicht bei den Schwächsten sparen. Ich erhalte ungerechtfertigt Sozialhilfe als kranke Person, weil meine IV-Rente unrechtmässig gestrichen wurde und was wäre, wenn ich nach zwei Jahren immer noch nicht die IV-Rente gesprochen bekäme? Ich kann nur eines sagen es heisst Existenzminimum und dieses wurde von Spezialisten errechnet und es reicht weder zum sterben seiden zum leben aus. Jeder Mensch welcher Arbeiten geht hat es wesentlich besser, wenn er keine grossen Ansprüche hat. Allein schon nicht von diesem Sozialsystem abhängig zu sein ist ein sehr grosser Bonuspunkt und man benöigt auch keine CHF 3`000 Wohnung. Wer nichts erlernt hat ist auch selbst schuld, wenn der Verdienst dementsprechend geschmälert ist. Ich habe mehrere Diplome und kann nicht Arbeiten das ist eine Strafe und kein Gewinn und würde aufgrund von Behauptungen bei der Sozialhilfespar Initiative abgestraft das kann nicht wirklich angehen. Es gibt sicherlich viele die nichts dafür können am Sozialhilfetropf zu hängen und Arbeiten rentiert sich immer. Wegen ein paar Schmarotzern können nicht alle schauen wo sie bleiben. Die Initiative ist hochgeradig abzulehnen, weil die jetzige Sozialhilfe nicht zum Leben ausreicht.

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