Aargauer Apotheken sollen häusliche Gewalt erkennen können
Im Kanton Aargau sollen Apotheken für die Früherkennung von häuslicher Gewalt bei älteren Paaren sensibilisiert werden. Zu diesem Zweck schaltet der Kanton ein E-Learning-Modul auf, das Fachwissen für den Apothekenalltag vermitteln soll.

Apotheken stellten wichtige niederschwellige Anlaufstellen dar, da viele ältere Kundinnen und Kunden das Fachpersonal seit Jahren kennen würden und regelmässig vorbeikämen, teilte das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) am Donnerstag mit.
Dieses Vertrauensverhältnis biete die Chance, Anzeichen von Gewalt im Alter frühzeitig wahrzunehmen. Das E-Learning vermittle konkrete Hilfsmittel, um entsprechende Hinweise ohne Vorurteile einzuschätzen, die Betroffenen behutsam anzusprechen und erste Unterstützung sowie Kontakte zu Fachstellen anzubieten.
Gewalt in Paarbeziehungen kennt laut DVI keine Altersgrenze. Sie könne seit Jahren bestehen oder durch altersbedingte Einschnitte entstehen und sich verschärfen. Als Beispiele werden die Pensionierung, gesundheitliche Probleme, Pflegebedürftigkeit oder soziale Isolation genannt.
Scham, Angst vor Konsequenzen und Abhängigkeiten erschwerten es Betroffenen zudem, von sich aus die Polizei oder Opferberatungsstellen zu kontaktieren, hiess es weiter. Die kantonale Fachstelle für Häusliche Gewalt schaltet das kostenlose Schulungsangebot auf.
Die Westschweizer Konferenz der Gleichstellungsbüros entwickelte das Schulungsmodul zusammen mit kantonalen Interventions- und Koordinationsstellen sowie Fachpersonen aus Forschung und Praxis.










