Zahlreiche Menschenrechts- und Hilfsorganisationen fordern rasche Hilfe für Kinder und Familien, die sich im belarussisch-polnischen Grenzgebiet aufhalten.
Kinder in einem Lager nahe der belarussisch-polnischen Grenze
Kinder in einem Lager nahe der belarussisch-polnischen Grenze - BELTA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Minderjährige und Familien sollen schnellstmöglich in die EU gebracht werden.

Sowohl die noch amtierende als auch die künftige Bundesregierung seien aufgefordert, «sofort tätig zu werden, um das Leid der Kinder und Familien an den europäischen Land-Aussengrenzen zu lindern», heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Appell. «Die Spirale der Gewalt sowie die lebensgefährliche Kälte und Unterversorgung, denen die Kinder insbesondere in Belarus ausgesetzt sind, dürfen nicht ignoriert, ihre Rechte nicht für Machtpolitik kompromittiert werden.»

Bundesregierung und EU-Kommission müssten «die betroffenen Menschen, allen voran Kinder und Familien, aus den entsprechenden Regionen evakuieren und auf die EU-Staaten umverteilen», verlangten die Organisationen. Dazu müsse ein «Ad-hoc-Evakuierungsmechanismus» auf die Beine gestellt werden. In der Zwischenzeit müssten die Menschen vor Ort «umgehend ein festes Dach über dem Kopf, eine regelmässige Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung sowie Zugang zur Gesundheitsversorgung» erhalten.

Die Organisationen äusserten sich anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte an diesem Samstag. Zu den 28 Unterzeichnern gehören Pro Asyl, Amnesty International, das Deutsche Kinderhilfswerk sowie Save the Children und Terre des Hommes.

«Die Situation an der polnisch-belarussischen Grenze ist ein Symptom für strukturelle Verfehlungen in der europäischen Migrationspolitik, das sich auch an anderen EU-Aussengrenzen finden lässt», erklärte Pro Asyl zu dem Aufruf. «Überall reagieren die EU und ihre Mitgliedsstaaten mit Abweisung, illegalen Pushbacks und der Androhung des Baus von neuen Zäunen und Mauern.»

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