Wegen Hegseth? US-Repräsentantenhaus zieht Ferien vor

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    USA,

    Kurz vor der Beratung über ein Amtsenthebungsverfahren gegen Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das US-Repräsentantenhaus seine Sitzungspause vorgezogen. Statt wie geplant am Donnerstag gehen die Abgeordneten nun bereits nach den Abstimmungen am Mittwoch in die Parlamentsferien, wie die Pressestelle der Kammer auf Anfrage mitteilte.

    Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister, salutiert, als er Bundesverteidigungsminister Pistorius am Pentagon empfängt. Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister, salutiert, als er Bundesverteidigungsminister Pistorius am Pentagon empfängt. Foto: Kay Nietfeld/dpa - Keystone/dpa/Kay Nietfeld

    Am Dienstag hatte der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie ein Amtsenthebungsverfahren gegen Hegseth eingebracht und ihm im Kontext des Iran-Krieges «schwere Verbrechen und Verfehlungen» vorgeworfen. Der Pentagon-Chef stelle eine «Bedrohung für die Verfassung» dar. Zudem kritisiert Massie, dass der Einsatz von US-Streitkräften im Iran-Krieg ohne Autorisierung durch den Kongress erfolgt sei.

    Nächster Sitzungstag erst im November

    Der Antrag hat angesichts der republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses kaum Aussichten auf Erfolg. Allerdings hätte sich das Repräsentantenhaus noch diese Woche damit befassen müssen, da die Regeln eine Beratung innerhalb von zwei Sitzungstagen vorsehen – spätestens also am Donnerstag. Mitten im Wahlkampf wäre der in den USA unbeliebte Krieg so wieder auf die Tagesordnung gekommen.

    Der nächste geplante Sitzungstag liegt nun allerdings erst im November, also nach den Kongresswahlen. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte, Massies Antrag sei eine Inszenierung von jemandem, der Aufmerksamkeit wolle.

    Massie fiel bei Trump in Ungnade

    Massies Tage im Repräsentantenhaus sind nach dem Zerwürfnis mit Präsident Donald Trump gezählt. Er hatte den Präsidenten unter anderem für das Vorgehen im Iran kritisiert und seine Vorwahl verloren, nachdem Trump sich für den Gegenkandidaten ausgesprochen hatte. Somit steht er bei den Midterms im November nicht zur Wiederwahl.

    Es ist bereits das zweite Mal binnen eines Jahres, dass gegen Hegseth ein Amtsenthebungsverfahren vorangebracht wird: zuletzt im April durch die demokratische Kongressabgeordnete Yassamin Ansari. Sie argumentierte, der Republikaner habe «US-Truppen durch die unbefugte Weitergabe geheimer Informationen in grosse Gefahr gebracht, sein Amt missbraucht und sich seines Amtes unwürdig verhalten».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1642 (nicht angemeldet)

    Das könnte Trump sogar um die Ohren fliegen bzw. Hegseth!

    User #5645 (nicht angemeldet)

    Das Impeachment braucht noch etwas Geduld, aber es ist auf gutem Weg.

    Weiterlesen

    a
    21 Interaktionen
    «Mit Waffen in Hand»
    Lisa Mazzone
    1'787 Interaktionen
    Lisa Mazzone

    MEHR IN POLITIK

    1 Interaktionen
    Washington
    Stefanie Heimgartner
    4 Interaktionen
    SVP-Heimgartner
    Lars Guggisberg
    Lars Guggisberg (SVP)

    MEHR AUS USA

    a
    Fertig Luxus
    Timothy Busfield
    Albuquerque
    trump
    3 Interaktionen
    Washington