Krieg

Warum Putin den Krieg nicht beenden kann

Esada Kunic
Esada Kunic

Russland,

Neue Friedensgespräche, keine Ergebnisse. Warum der Krieg für Putin zur einzigen Machtgarantie geworden ist.

Wladimir Putin krieg
Diplomatie scheitert, der Krieg geht weiter. Was Putin wirklich antreibt und welches Risiko er niemals eingehen kann. - keystone

Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner besuchten am Wochenende erneut den Kreml. Sie führten Gespräche mit Wladimir Putin darüber, wie der Krieg beendet werden könnte, wie die «Tagesschau» berichtet.

Danach reisten die beiden US-Unterhändler erstmals nach Kiew, um dort mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zu sprechen. Laut ukrainischen Präsidentschaftskreisen legten sie «effektivere» Vorschläge vor, um den Krieg zu beenden.

Glaubst du, dass Putin in absehbarer Zeit echte Friedensverhandlungen zulassen wird?

Witkoff selbst bezeichnete die Reise als erfolgreich und sprach von «bedeutenden Fortschritten», wie «ZDFheute» berichtet. Konkrete Ergebnisse blieben jedoch aus.

Putins grösste Furcht treibt den Krieg an

Kolumnist Gerhard Spörl analysiert bei «T-Online» die Lage des russischen Präsidenten. Er schreibt, von Putin werde der Satz für den Fall eines ausbleibenden Sieges glaubwürdig zitiert: «Sie werden mich hängen.»

Genau deshalb könne Putin aus seiner Sicht gar nicht das Risiko eingehen, ernsthaft über Frieden zu reden, so die Einschätzung. Solange der Krieg stagniere, eskaliere er stattdessen weiter.

Laut «T-Online»-Kolumnist Spörl sieht Putin die USA bei jedem Besuch seiner Gesandten in einer Schwäche-Position. Das gelte auch nach dem überraschenden Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau.

Stimmung in Russland bröckelt

Gleichzeitig leugne Putin öffentlich, dass eine neue Massenmobilisierung bevorstehe, berichtet «T-Online». Im Sommer soll er entschieden haben, bis zu 400'000 neue Soldaten zu rekrutieren.

Laut dem als unabhängig geltenden Lewada-Zentrum bezeichnen 57 Prozent der Russen die Lage durch ukrainische Drohnenangriffe als «angespannt». Auch die russische Elite sei unglücklich über die Dauer des Krieges.

Experten zufolge schliesst der Kreml Friedensgespräche nicht grundsätzlich aus, wie der «Deutschlandfunk» berichtet. Allerdings könnte Putin erst nach den russischen Parlamentswahlen im September eine Mobilisierung anordnen.

Kiew greift tief ins Hinterland

Unmittelbar nach der Abreise der US-Gesandten habe Putin laut dem ukrainischen Aussenminister Andrij Sybiha einen weiteren Angriff auf Kiew gestartet.

Ukraine Krieg Wladimir Putin
Wladimir Putin hat den Krieg in der Ukraine am 24. Februar 2022 gestartet. - keystone

«Seine ballistischen Raketen sagen mehr aus als seine Reden über Diplomatie», schrieb Sybiha, wie «ZDFheute» berichtet.

Selenskyj drängt unterdessen auf eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen. Er koordiniere die nächsten Schritte und bereite weitere Treffen vor.

Kommentare

edelweisz

Gerade als neutrales Land im helvetozentrischen Europa ohne militärisches Bündnis, sind wir für Russland ein ideales Ziel für Cyberangriffe, Desinformation und Spionage, ohne den NATO-Bündnisfall auszulösen. Auf diesem Terrain sind wir ganz auf uns allein gestellt und werden im Herzen Europas als die Schwachstelle wahrgenommen. Dass wir zur Zielscheibe hybrider Kriegsführung werden, kein geopolitisches Schwergewicht sind und darum als Sicherheitsrisiko für unsere Nachbarn gelten, untergräbt seit Jahren schleichend unsere Rolle als Finanzplatz, Wirtschaftsstandort und diplomatisches Zentrum.

User #9916 (nicht angemeldet)

Nachdem der Westen klar gesagt hat, dass man Russland in acht Teile zerstückeln will, sehen es die Russen als existenziell und werden die Bedrohung abwenden.

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