Russland setzt auf Dauertakt mit Drohnen gegen die Ukraine

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Ukraine,

    Moskau hat seine Angriffstaktik verändert und schickt Drohnen nun im Stundentakt. Das belastet Kiews Luftabwehr technisch, physisch und wirtschaftlich.

    Saporischschja drohnen
    Russland greift die Ukraine mit Drohnen nun rund um die Uhr an – und setzt Kiew damit unter enormen technischen und wirtschaftlichen Druck. (Archivbild) - keystone

    Kiew stand in der Nacht zum Dienstag erneut unter schwerem Beschuss aus Raketen und Drohnen. Es war laut «T-Online» der sechste Tag in Folge, an dem die ukrainische Hauptstadt angegriffen wurde.

    Laut Behördenangaben, über die der «Tagesspiegel» berichtet, wurden dabei mindestens neun Menschen getötet und weitere verletzt. Darunter befanden sich auch Kinder sowie Eisenbahnmitarbeiter in einem getroffenen Depot.

    Glaubst du, dass die Ukraine die neue russische Drohnen-Taktik langfristig bewältigen kann?

    Bislang hatte Moskau seine Angriffe meist zu grossen nächtlichen Wellen gebündelt, wie «T-Online» berichtet. Nun lässt es tagsüber immer wieder kleine Gruppen schneller Drohnen starten, teils mit weniger als einer Stunde Abstand.

    Drohnen im 30-Minuten-Takt

    Laut einer ISW-Auswertung, über die «T-Online» berichtet, starteten russische Einheiten am 27. August alle 30 bis 60 Minuten neue Drohnen. In Kiew galt deshalb 14 Stunden lang Luftalarm – einen Tag später sogar 13-mal innerhalb eines einzigen Tages.

    Viktor Kevliuk, Reserveoberst und Analyst am ukrainischen Center for Defense Strategies, sagte dem «Kyiv Independent»: «Das Ziel ist nicht nur, ein bestimmtes Ziel zu treffen, sondern die ukrainische Luftabwehr in ständiger Kampfbereitschaft zu halten.» Er ergänzte, dies sei technisch, psychisch und körperlich äusserst schwierig.

    Der Dauereinsatz belastet nicht nur Soldaten und Material, wie «T-Online» schildert. Während eines Luftalarms wird auch der Metroverkehr über den Dnipro eingestellt, Betriebe schliessen vorübergehend und Rettungskräfte müssen ihre Arbeit unterbrechen.

    Grosse Angriffswellen bleiben Teil der Taktik

    Ganz auf massive Angriffe verzichtet Russland dabei nicht, berichtet «T-Online». Am 28. und 29. August erstreckte sich eine kombinierte Angriffsserie über mehr als 28 Stunden mit über 550 Drohnen.

    «T-Online» berichtet zudem, dass Selenskyj die Menge der eingesetzten Flugkörper auf rund 1500 in nur vier Tagen bezifferte. Etwa 800 davon waren mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

    «ZDFheute» hält fest, dass Selenskyj die Schwierigkeiten bei der Abwehr düsengetriebener Drohnen eingeräumt hat. Diese Modelle fliegen schneller als ältere Typen mit Propellerantrieb, weshalb sie derzeit vor allem mit Kampfflugzeugen bekämpft werden müssen.

    Ein Wettrüsten der Kriegswirtschaften

    Laut Drohnenexperte Serhii Beskrestnov stieg die Zahl der eingesetzten strahlgetriebenen Drohnen von 1500 im Juli auf über 2500 im August. Russland schicke sie praktisch direkt aus der Fabrik in den Einsatz, wie «T-Online» berichtet.

    Angriff Kiew drohnen
    Alle 30 Minuten neue Drohnen über Kiew: Russlands neue Taktik erschöpft die ukrainische Luftabwehr technisch und psychisch. (Archivbild) - keystone

    Analyst Kevliuk formulierte die neue Herausforderung für die Ukraine so: «Das ist nicht mehr nur eine Frage der Luftabwehr.» Es sei vielmehr eine Frage der Kriegswirtschaft und der industriellen Herstellung von Abfangmitteln.

    Die Ukraine arbeitet laut «ZDFheute» derweil an schnelleren Gegenmitteln. Selenskyj erklärte, vier Unternehmen hätten entsprechende Abfangdrohnen entwickelt; wie rasch diese in ausreichender Zahl produziert werden können, bleibt offen.

    Kommentare

    User #1105 (nicht angemeldet)

    Putin gehört nach Den Haag.

    User #2313 (nicht angemeldet)

    Und Russland "setzt einfach immer einen Drauf". Potential ohne Ende. Die Ukraine "stirbt" einen langamen Tod, welcher von der EU und Ukraine schon lange gestoppt werden könnte. Armes Volk!

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