Hamas

Warnung vor Hamas-Überfall ignoriert? – Netanjahu dementiert

Keystone-SDA
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Israel,

Laut einem Bericht wurde Benjamin Netanjahu vor dem Hamas-Angriff gewarnt, er habe aber gelassen reagiert. Sein Büro dementiert den Bericht.

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Benjamin Netanjahu dementiert Berichte, dass er vor dem Hamas-Angriffe gewarnt worden sein soll. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einem bericht warnten die Vereinigten Arabischen Emirate Netanjahu vor dem Hamas-Angriff.
  • Der Emir hatte befürchtet, dass die Attacke die Region destabilisieren werde.
  • Das Büro von Benjamin Netanjahu dementiert die Berichte.

Israels Regierung weist Berichte zurück, wonach die Vereinigten Arabischen Emirate den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kurz vor dem Terrorüberfall am 7. Oktober 2023 vor Plänen einer grossangelegten Offensive der islamistischen Hamas gewarnt haben sollen.

«Die Presseberichte sind falsch», teilte Netanjahus Büro am Abend mit. «Der Ministerpräsident hat vor dem 7. Oktober keine Warnung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten.»

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Am 7. Oktober 2023 griffen Hamas-Terroristen Israel an und töteten über 1200 Menschen. - keystone

Zuvor hatte die linksliberale israelische Zeitung «Haaretz» berichtet, Netanjahu habe die israelischen Sicherheitschefs trotz der persönlichen Warnung nicht informiert und nichts mit diesen Informationen unternommen.

Laut dem Zeitungsbericht rief der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid den israelischen Regierungschef eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 aus dem Präsidentenpalast in Abu Dhabi an und sprach 45 Minuten mit ihm. In dem Gespräch habe der Präsident Netanjahu gewarnt, dass der damalige Chef der Hamas, Jihia al-Sinwar, eine grossangelegte Offensive gegen Israel plane.

Mohammed habe auch die Sorge geäussert, dass das bevorstehende Ereignis nicht nur zu einem Blutvergiessen führen, sondern auch die gesamte Region destabilisieren und die sogenannten Abraham-Abkommen Israels mit mehreren arabischen Staaten untergraben würde.

Netanjahu reagierte angeblich gelassen

Der emiratische Präsident drängte Netanjahu laut dem Bericht dazu, die Lage ernst zu nehmen und sich auf einen Angriff vorzubereiten. Zu seiner Überraschung habe dieser jedoch «relativ gelassen» reagiert und versichert, Israel sei «auf jegliches Szenario vorbereitet». Netanjahu habe die Lage im Westjordanland für deutlich explosiver gehalten.

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Benjamin Netanjahu steht in der Kritik – auch in Israel. - keystone

Die «Times of Israel» berichtete am Abend unter Berufung auf eine nicht näher beschriebene emiratische Quelle ebenfalls, dass der Präsident der VAE Netanjahu nur Tage vor dem Hamas-Massaker telefonisch gewarnt haben soll, dass die Terrororganisation einen grossangelegten Angriff auf Israel plane.

Emirate wollen sich nicht zu Berichten äussern

Die Emirate erklärten, sich nicht zu Medienberichten und Spekulationen über Gespräche zwischen Regierungschefs äussern zu wollen. Die Bemühungen der VAE seien seit dem 7. Oktober 2023 durchgehend auf Deeskalation, regionale Stabilität und die Verhinderung weiterer Gewalt ausgerichtet gewesen.

Laut «Haaretz» wurden drei hochrangige ausländische Regierungsvertreter über den Inhalt des 45-minütigen Telefonats zwischen Netanjahu und Mohammed informiert. Als Quelle wird ein Berater des emiratischen Präsidenten genannt, der mit dem Gespräch vertraut gewesen sei.

Der investigative Bericht von «Haaretz» stammt von den Journalisten Schlomi Eldar und Ruth Juval, die ein Buch über die Geiseln im Gazastreifen und den Gaza-Krieg veröffentlicht haben. Es basiert den Angaben zufolge auf Interviews mit Dutzenden Quellen, darunter hochrangigen Vertretern Israels und anderer Staaten weltweit.

Brisanz vor der dramatischen Parlamentswahl in Israel

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung vor der wegweisenden Parlamentswahl in Israel im kommenden Monat ist besonders brisant. Laut Umfragen können bisher weder das Lager Netanjahus noch das seiner Gegner auf eine Mehrheit zählen.

Sein wichtigster Rivale, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, schrieb als Reaktion auf den Bericht auf der Plattform X: «Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin: Netanjahu hat Israel blindlings in das Desaster vom 7. Oktober geführt.»

Netanjahu habe Dutzende Warnungen ignoriert und sei nicht für das Amt des Regierungschefs geeignet, sagte der Vorsitzende der Partei Jaschar (hebräisch für «geradeaus»), die in der politischen Mitte angesiedelt ist.

Israels Opposition forderte «eine sofortige und gründliche Untersuchung» angesichts der «schockierenden Enthüllung».

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