Hamas

Hamas-Geisel Mia Schem ist jetzt Topmodel

Luca Micheli
Luca Micheli

Israel,

Mia Schem wurde im Oktober 2023 von der Hamas nach Gaza verschleppt. Nach ihrer Freilassung startete die Israelin eine Karriere auf dem Laufsteg.

Mia Schem
Mia Schem wurde im Oktober 2023 von der Hamas nach Gaza verschleppt. Heute arbeitet die Israelin als Model. - Instagram / @mia_schem

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Israelin Mia Schem ist heute als Model auf verschiedenen Laufstegen unterwegs.
  • Gleichzeitig spricht sie über ihre Geiselnahme durch die Hamas, die sich vor bald drei Jahren zugetragen hat.
  • Sie habe sich «wie ein Tier im Zoo» gefühlt und «einen Holocaust» durchgemacht, berichtete sie damals.

Der 7. Oktober 2023 markiert den wohl schlimmsten Tag im Leben von Mia Schem. Hamas-Terroristen verschleppten die damals 21-Jährige vom Nova-Musikfestival im Süden Israels nach Gaza. 54 Tage lang wurde sie dort als Geisel gehalten.

Nach ihrer Freilassung im November 2023 nutzte die junge Frau ihre Stimme, um sich für die Freilassung anderer Geiseln stark zu machen. Dazu absolvierte sie Auftritte bei den Vereinten Nationen sowie im Weissen Haus. Für Schem war die damalige Phase aber auch von privaten Umbrüchen geprägt.

Mia Schem
Mia Schem bei einem Auftritt im März 2024. Die Verletzung an ihrem rechten Arm ist noch deutlich sichtbar. - getty images

Ihren Job als Tätowiererin hängte sie an den Nagel, um als Model durchzustarten. Mittlerweile arbeitet sie mit einem bekannten israelischen Stylisten zusammen und konnte ihre Karriere auf dem Laufsteg festigen.

Mia Schem berichtete von Gefangenschaft

Doch die heute 24-Jährige will nicht einfach verschweigen, was einmal war. Ihren rund 300'000 Fans auf Instagram zeigt sie deshalb nicht nur die glitzernde Fassade zwischen Cocktailkleid und roten Teppichen. Auch das Leid, das die Israelin am eigenen Leib erfahren musste, spricht sie offen an.

Mia Schem
Die junge Israelin erobert heute als Model die Laufstege. - Instagram / @mia_schem

Während ihrer Entführung erlitt sie eine Schussverletzung am Arm und musste sich daraufhin einer Operation unterziehen. Angehörige erhoben später den Vorwurf, Schem sei nicht ausreichend medizinisch versorgt worden. Nach eigenen Angaben erlebte sie auch psychischen Druck und Demütigungen von ihren Entführern.

Mia Schem
17. Oktober 2023: Keren, die Mutter von Mia Schem, sowie Vertreter der Familien der von der Hamas festgehaltenen Entführten und Vermissten halten eine Pressekonferenz ab. - keystone

Nach eigenen Angaben wurde sie während ihrer Gefangenschaft zeitweise in einem unterirdischen Tunnel festgehalten. Bei einer Gedenkveranstaltung des israelischen Konsulats in New York berichtete sie später, sie sei «in einen Käfig gesteckt» worden – 60 Meter unter der Erde, ohne Tageslicht und nach eigenen Angaben mit kaum Frischluft.

Freund auf Flucht verloren

Am 30. November 2023 wurde Schem im Zuge eines Abkommens zwischen Israel und den Hamas freigelassen. Sie habe sich «wie ein Tier im Zoo» gefühlt und «einen Holocaust» durchgemacht, berichtete sie daraufhin dem israelischen Sender Channel 13 über ihre Gefangenschaft.

Mia Schem
30. November 2023: Mia Schem fällt ihrer Familie nach ihrer Freilassung in die Arme. - getty images

Nebst den schmerzhaften Erfahrungen musste die junge Frau zudem einen schweren Verlust hinnehmen. Ihr Freund Elia Toledano überlebte die Flucht vom Musikfestival nicht. Israelische Soldaten fanden seine Leiche eine Woche später in Gaza vor.

Es ist eine Geschichte, die das heutige Model bewusst nach aussen trägt.

Viele Fans bewundern ihre Stärke und zeigen sich gerührt darüber, wozu es die junge Frau heute gebracht hat. Bereits nach ihrer Freilassung betonte Schem: Es sei ihr wichtig, «die Wahrheit über das Wesen der Menschen, die in Gaza leben, zu vermitteln, wer sie wirklich sind und was ich dort erlebt habe».

Mehr zum Thema:

Weiterlesen

Israel-Krieg
27 Interaktionen
«Schrie»
Israel Palestinians Photo Gallery
254 Interaktionen
Hamas-Angriff
Kiewel
23 Interaktionen
Raketen-Angriff

MEHR IN PEOPLE

fischer
8 Interaktionen
«An meiner Seite»
Erni Mangold
Die Widerborstige
a
42 Interaktionen
«Absurd»
Oliver Pocher Amira Aly
60 Interaktionen
Er nennt Zahlen

MEHR HAMAS

hamas
Tel Aviv/Gaza
24 Interaktionen
Ramallah/Tel Aviv

MEHR AUS ISRAEL

istrael
Tel Aviv/Beirut
Gaza Kunst zur Pressefreiheit
40 Interaktionen
Tel Aviv/Gaza
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel
11 Interaktionen
Tel Aviv/Beirut