Nach politisch turbulenten Tagen wird auf den kleinen Färöer-Inseln bereits in knapp einem Monat ein neues Parlament gewählt. Die vorgezogene Neuwahl findet am 8. Dezember statt, wie Regierungschef Bárdur á Steig Nielsen laut des färöischen Rundfunksenders KVF am Mittwoch im Parlament bekanntgab. Zuvor war die Regierungskoalition zerbrochen, auf die Nielsen seit 2019 gesetzt hatte. Durch den Bruch der Dreierkoalition hatte der Regierungschef keine Mehrheit im färöischen Parlament, dem Løgting, mehr inne. Ursprünglich war die nächste Parlamentswahl erst für den Spätsommer 2023 vorgesehen.
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Die Färöer Inseln in Dänemark. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Färöer-Inseln mit ihren rund 54 000 Einwohnern sind weitgehend autonom, gehören offiziell aber zum Königreich Dänemark.

Die kleine Inselgruppe im Nordatlantik hatte erst vor knapp einer Woche bei der dänischen Parlamentswahl über die beiden Repräsentanten abgestimmt, die die Färöer im Parlament in Kopenhagen vertreten.

Dass auf den Inseln nun gleich noch einmal gewählt wird, hängt mit einem Streit um den bisherigen Aussen- und Kulturbeauftragten Jenis av Rana zusammen. Der Chef der christlich-konservativen Zentrumspartei Midflokkurin war zuletzt mit einer umstrittenen Aussage über einen schwulen dänischen Spitzenpolitiker, den Konservativen Søren Pape, in die lokalen Schlagzeilen geraten. Nielsen entliess ihn am Dienstag letztlich, weil er ein anderes Kabinettsmitglied aufgefordert haben soll, sich dem Regierungschef zu widersetzen. Dabei ging es um Rechte homosexueller Eltern und ihrer Kinder. Midflokkurin kündigte daraufhin ihren Rückzug aus der Regierung an.

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