Vetternwirtschaft bei AfD – Chrupalla räumt «Geschmäckle» ein

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Deutschland,

    Die AfD steht wegen mutmasslicher Vetternwirtschaft unter Druck. AfD-Chef Tino Chrupalla nimmt Stellung.

    afd Chrupalla
    Tino Chrupalla, Parteichef der AfD, äusserte sich zur Affäre. - keystone

    Die AfD gerät wegen mutmasslicher Vetternwirtschaft unter massiven Druck. Besonders betroffen ist der Landesverband Sachsen-Anhalt.

    Dort sollen angeblich systematisch Verwandte bei Abgeordneten beschäftigt werden.

    Würdest du die AfD wählen?

    Im Zentrum steht Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Sein Vater erhält vom AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Korell 7725 Euro monatlich, schreibt der «MDR»

    Chrupalla: «Ein Geschmäckle hat's»

    Parteichef Tino Chrupalla äusserte sich in der ARD-Talkshow von Caren Miosga zur Affäre. Die Anstellungen seien rechtlich zulässig, räumte er ein, berichtet das «Handelsblatt».

    «Ich finde es trotzdem schwierig», sagte Chrupalla. Er empfinde ein gewisses Störgefühl bei dem Thema.

    Gleichzeitig betonte er, die Verträge seien rechtskräftig und nicht zu beanstanden. «Ein Geschmäckle hat's, da gebe ich Ihnen vollkommen recht», ergänzte er.

    System der Über-Kreuz-Anstellungen der AfD

    Die Recherchen von «Correctiv» und anderen Medien decken ein weitreichendes System auf. Abgeordnete der AfD stellen gegenseitig Familienangehörige von Parteikollegen an.

    Diese sogenannten Über-Kreuz-Beschäftigungen bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Direkte Verwandtenanstellungen sind im Bundestag verboten.

    Die Praxis ist rechtlich jedoch nicht angreifbar. Einige Landesparlamente wie Nordrhein-Westfalen und Hessen haben solche Anstellungen explizit untersagt, schreibt «Correctiv».

    Bundesweite Ausmasse der Affäre

    Laut Schätzungen des Fraktionsvorstands der AfD könnten bis zu 72 Bundestagsabgeordnete betroffen sein. Das entspräche ungefähr der Hälfte der derzeitigen AfD-Abgeordneten im Bundestag, berichtet «Campact».

    Die Fälle beschränken sich nicht nur auf Sachsen-Anhalt. Auch Parteichef Chrupalla beschäftigt seit 2017 die Ehefrau seines Parteifreunds Roberto Kuhnert, wie «T-Online» berichtet.

    Spitzenkandidat Markus Frohnmaier aus Baden-Württemberg ist ebenfalls involviert. Seine Ehefrau arbeitet beim Bundestagsabgeordneten Johann Martel.

    Brandbrief an Parteispitze

    Elf AfD-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt schrieben einen Brandbrief an Alice Weidel und Tino Chrupalla, berichtet das «Handelsblatt».

    afd weidel
    Die Parteichefs der AfD Alice Weidel und Tino Chrupalla. - keystone

    «Die grösste Gefahr sind derzeit nicht unsere Gegner, sondern hausgemachte Skandale, Machtkämpfe und öffentlich ausgetragene Vorwürfe», heisst es darin. Die historische Chance auf eine Regierungsübernahme dürfe nicht verspielt werden.

    Die Unterzeichner fordern eine unabhängige Prüfung der Vorgänge. Der Bundesvorstand solle ordnend und befriedend eingreifen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2435 (nicht angemeldet)

    Das wird wieder viele gut bezahlte Arbeitsstellen geben, die nur kosten und nichts bringen!

    User #5898 (nicht angemeldet)

    Wäre mal interessant etwas von Jens Spahn zur Maskenbeschaffung zu hören…. Das Gschmäckle wäre eher ein Gstänkle. Und ich weiss ….. SVP ist nicht besser….. isch doch guet ….

    Weiterlesen

    Weidel Chrupalla afd
    12 Interaktionen
    Widersprüche
    AfD Alice Weidel
    1 Interaktionen
    Ohne Weidel
    polizei landtag sächsischen
    24 Interaktionen
    Ermittlungen

    MEHR IN POLITIK

    stevens
    2 Interaktionen
    Lansing
    1 Interaktionen
    Neu-Delhi
    7 Interaktionen
    Kiew
    donzallaz
    12 Interaktionen
    Nach Leak

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    a
    77 Interaktionen
    Vater warnt
    Mauro Lustrinelli
    43 Interaktionen
    Bundesliga