US-Militärexperte bezweifelt Echtheit des Iran-Videos

Die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wurde verlängert. Beide Seiten blockieren weiterhin die Strasse von Hormus und drohen sich gegenseitig.

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Das Video soll iranische Kämpfer zeigen, die zwei Frachter in der Strasse von Hormus entern. - X: @Mohsin_o2

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump verlängert die Feuerpause mit dem Iran auf unbestimmte Zeit – ohne neue Frist.
  • Die Strasse von Hormus wird blockiert, der Iran soll Frachter beschossen haben.
  • Die Hisbollah und Israel werfen sich gegenseitig Verstösse gegen die Waffenruhe vor.

Die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wurde von Donald Trump kurz vor Ablauf für unbestimmte Zeit verlängert. Der US-Präsident erwartet in wenigen Tagen einen Vorschlag aus Teheran zur Beilegung des Krieges. Solange werden die USA keine Angriffe durchführen.

Derweil blockieren beide Länder weiterhin die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus. Die USA haben einen mit Sanktionen belegten Tanker beschlagnahmt, die iranischen Revolutionsgarden mehrere Frachter unter Beschuss genommen.

Glaubst du an einen baldigen Frieden zwischen den USA und dem Iran?

Auch zwischen dem Libanon und Israel herrscht eine Waffenruhe – wenn auch eine äusserst wackelige. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstösse gegen das Abkommen.

Alle Neuigkeiten aus dem Nahen Osten erfährst du hier im Nau.ch-Ticker.

Libanon: Mehr als 50.000 Häuser beschädigt oder zerstört

12.39: Im jüngsten Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah sind im Libanon nach dortigen Angaben mehr als 50.000 Häuser beschädigt oder zerstört worden.

Das teilte der Nationale Rat für Forschung mit, der Schäden im Krieg seit 2023 im Auftrag der Regierung untersucht. Mehr als die Hälfte der Schäden und Zerstörung gab es demnach im südlichen Libanon und im Gebiet nahe der israelischen Grenze.

Schah-Sohn Pahlavi wirbt in Berlin für Wandel im Iran

11.59: Die europäischen Regierungen sollten nach den Worten des iranischen Oppositionspolitikers und Sohns des letzten Schahs, Reza Pahlavi, aufhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen und mit ihr zu verhandeln.

Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an der Macht halte, sagte der 65-Jährige vor Journalisten der Bundespressekonferenz in Berlin. Nach den Worten von Pahlavi geht es um eine klare Veränderung. Die Menschen wollten, dass «die Monster», die Blut an den Händen haben, nicht länger an der Macht blieben. Es gebe in dem «Regime» keine Pragmatiker oder Reformer, sie seien nur «unterschiedliche Gesichter eines Regimes».

Reza Pahlavi
Reza Pahlavi, der Sohn des früheren iranischen Schahs, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage im Iran im Haus der Bundespressekonferenz teil. - keystone

Pahlavi ist als Privatperson nach Berlin gekommen, wo er politische Gespräche führt. Er wird keine Regierungsmitglieder treffen.

Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten den Sohn des 1979 gestürzten Schahs Mohammed Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie und eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.

Wie viel Rückhalt Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Ein Grund dafür ist, dass die iranischen Behörden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit Israel und den USA am 28. Februar eine Internetsperre verhängt haben.

Paris nennt Angriff auf UN-Soldaten im Libanon Kriegsverbrechen

11.25: Nach dem tödlichen Angriff auf Soldaten der UN-Mission Unifil im Libanon spricht Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot von einem Kriegsverbrechen.

Blauhelme, die im Gelände bestens identifizierbar seien, so anzugreifen, stelle nicht nur ein Kriegsverbrechen dar, sondern sei auch ein Übergriff auf die gesamte internationale Gemeinschaft, sagte Barrot im Sender France Info. Denn die internationale Gemeinschaft gebe den Blauhelmen ihr Mandat.

Infolge des Angriffs am Samstag waren zwei französische Soldaten gestorben. Zwei weitere wurden verletzt. Die Soldaten waren nach Angaben von Unifil unter Beschuss geraten, als sie Sprengsätze an einer Strasse im Süden beseitigten. Einer ersten Einschätzung von Unifil zufolge waren Hisbollah-Kämpfer für den Angriff verantwortlich.

United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL)
Soldaten der UN-Friedensmission «United Nations Interim Force in Lebanon» (UNIFIL) stehen neben den Trümmern von zerstörten Gebäuden. (Archivbild) - keystone

Israels Armee teilte ebenfalls mit, nach israelischen Geheimdienst-Informationen hätten Hisbollah-Kämpfer das Feuer eröffnet. Damit sollte offenbar auch ein möglicher Verdacht gegen Israel bei dem tödlichen Angriff ausgeräumt werden.

Die Hisbollah wies am Wochenende hingegen jegliche Verantwortung für den Vorfall von sich. Das libanesische Aussenministerium versprach eine gründliche Untersuchung des Vorfalls durch die libanesischen Behörden.

Die Blauhelme der Unifil überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte. Vor einigen Wochen wurden zwei indonesische Soldaten der Unifil-Mission bei einer Explosion getötet.

US-Militärexperte bezweifelt Echtheit des Iran-Videos

10.45: Ein am Donnerstag von iranischen Staatsmedien veröffentlichtes Video (siehe oben), das angeblich zeigt, wie die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Handelsschiffe stürmen, stellt womöglich nicht den tatsächlichen Moment der Einnahme dar und könnte zumindest teilweise für dramatische Zwecke nachgestellt worden sein. Das sagte der amerikanische Marineanalyst Carl Schuster gegenüber «CNN».

«Für mich wirkt das inszeniert», so Schuster, ein ehemaliger Kapitän der US Navy und früherer Leiter des Joint Intelligence Center des US-Pazifikkommandos. «Es sieht aus wie eine Übung oder ein PR-Manöver», sagte er weiter, ohne jedoch zu bestreiten, dass der Iran die Schiffe kontrolliere.

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Ein Screenshot aus dem Video dass iranische Kämpfer zeigen soll, die zwei Frachter in der Strasse von Hormus entern. - X: @Mohsin_o2

Schuster nannte gegenüber dem Sender mehrere Punkte, die ihn an der im Video gezeigten Abfolge zweifeln lassen: So seien weder Besatzungsmitglieder an Deck oder bei der Brücke zu sehen, noch gebe es Hinweise darauf, dass jemand Deckung suche oder überwältigt werde.

Zudem fehle jegliche Bewegung von Wellen oder Wind was für diese Jahreszeit im Persischen Golf «ungewöhnlich» sei. «Das deutet darauf hin, dass sich das Schiff in einem geschützten Ankerplatz oder Hafen befindet», erklärte er dem Sender.

Auch eine Bildanalyse von «CNN» kommt zum Schluss, dass unterschiedliche Lichtverhältnisse in verschiedenen Szenen darauf hindeuten könnten, dass das Video in mehreren Aufnahmen gedreht wurde.

Laut Bericht: Räumung von Minen in Strasse von Hormus könnte sechs Monate dauern

09.35: Die Beseitigung von Minen in der Strasse von Hormus dürfte nach Einschätzung eines hochrangigen Pentagon-Beamten rund sechs Monate in Anspruch nehmen. Das berichtet die «Washington Post» unter Berufung auf Aussagen des Pentagon-Beamten vor dem US-Kongress.

Die Aussagen stammen gemäss der Zeitung aus einer vertraulichen Sitzung des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus (House Armed Services Committee).

Straße von Hormus
Ein Containerschiff in der Strasse von Hormus. (Archivbild) - keystone

Zudem könne eine solche Operation erst beginnen, wenn ein möglicher Krieg zwischen dem Iran und den USA beendet sei. Laut der «Washington Post» stiess der genannte Zeitrahmen sowohl bei Demokraten als auch bei Republikanern auf Unmut.

Dem Pentagon-Beamten zufolge wird davon ausgegangen, dass der Iran mindestens 20 Minen in der Strasse von Hormus ausgelegt hat. Einige seien GPS-gesteuert positioniert worden, andere mithilfe von Schnellbooten.

Das Pentagon bestätigte gegenüber der «Washington Post» zwar die Sitzung, bezeichnete die entsprechenden Informationen jedoch als «nicht zutreffend», ohne weitere Details zu nennen.

Iran richtet erneut mutmasslichen Spion hin

09.13: Eine Serie an Hinrichtungen im Iran dauert an. Wie das Justizportal Misan berichtete, wurde am Morgen (Ortszeit) ein Mann exekutiert. Die iranische Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und Mitgliedschaft in einer Oppositionsgruppe zur Last gelegt.

Davor waren seit Montag bereits vier Exekutionen durchgeführt worden. Ein Todesurteil wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt. Drei weitere Männer wurden nach Spionagevorwürfen hingerichtet.

Iran Flagge
Die Iranische Flagge weht vor der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin. (Symbolbild) - keystone

Menschenrechtler sprachen bei zwei von ihnen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschaheddin angehört haben sollen. Die Exil-Gruppe ist im Iran verboten; sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.

Ölpreise legen zu: Brent-Preis steigt dritten Tag in Folge

08.17: Die Ölpreise haben wegen des Iran-Kriegs den dritten Tag in Folge zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent mit Lieferung im Juni wurde bei 103,23 US-Dollar gehandelt und damit mehr als ein Prozent über dem Niveau vom Vortag. Die Waffenruhe im Nahen Osten steht zunehmend auf der Kippe.

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt den Druck auf den Iran erhöht und gibt dem Land Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Allerdings sieht sich Teheran mit der Blockade der für den Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus in einer Position der Stärke.

Donald Trump
Noch immer das wichtigste Druckmittel des Iran: Die Strasse von Hormus. - keystone

Das Ausbleiben von neuen Verhandlungen für ein Ende des Iran-Kriegs verunsichert die Anleger an den Rohstoffmärkten. Seit Beginn der Woche hat sich Rohöl aus der Nordsee fast sieben Dollar und US-Öl fast vier Dollar je Barrel verteuert.

Experte Dennis Kissler vom Finanzdienstleister BOK Financial Securities geht davon aus, dass der Preisanstieg so lange weitergeht, bis eine der beiden Kriegsparteien nachgibt. Seiner Einschätzung nach sind die Verhandlungen über ein Abkommen festgefahren. «Je länger kein Öl durch die Strasse von Hormus fliesst, desto weiter werden die Preise steigen», sagte Kissler.

Washington und Teheran befinden sich derzeit in einer Sackgasse bei mehreren massgeblichen Themen, die für ein Ende des Krieges entscheidend sind, darunter das iranische Atomprogramm.

Video zeigt Iraner beim Entern von Frachtschiffen

7.22 Ein kleines Schnellboot steuert auf einen riesigen Frachter der Reederei MSC zu. Es nähert sich dem Rumpf, ehe maskierte und bewaffnete Kämpfer den Frachter entern. Das ganze begleitet von epischer Filmmusik.

Die staatlichen Iranischen Medien haben ein Video veröffentlicht, das die Enterung von zwei Frachtschiffen zeigen soll, wie «CNN» berichtet.

Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, dass sie gestern zwei Schiffe in der Strasse von Hormus beschlagnahmt haben, wie «Al Jazeera» schreibt. Beide Schiffe seien in Richtung der iranischen Küste geleitet worden.

iran frachter
Das Video oben zeigt, wie iranische Soldaten hier angeblich ein Frachter entern. - X: @Mohsin_o2

Die jüngsten iranischen Angriffe auf Frachter in der Strasse von Hormus zeigten, dass Teheran die Meerenge nach wie vor fest im Griff habe und dadurch die Belastung für die Weltwirtschaft weiter verschärfen könne, schrieb die «New York Times».

Das Weisse Haus spielte dagegen die Bedeutung der Vorfälle herunter. Medien würden sie aufbauschen, sagte Leavitt dem Sender Fox News. Irans Marine sei vom US-Militär völlig zerstört. Schnellboote hätten die Frachter attackiert.

«Der Iran hat sich von der tödlichsten Marine im Nahen Osten zu einer Bande von Piraten gewandelt», sagte Leavitt. Eine Kontrolle über die Strasse von Hormus habe Teheran nicht, behauptete die Sprecherin von Trump.

Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung

02.05: Mitten in der Seeblockade der Strasse von Hormus wechselt die US-Regierung ihren für die Marine zuständigen Staatssekretär aus. John Phelan werde die Regierung mit sofortiger Wirkung verlassen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf der Plattform X mit.

Unterstaatssekretär Hung Cao solle die Geschäfte bis auf Weiteres übernehmen. Zu den Gründen des Wechsels machte das Ministerium keine Angaben.

phelan
John Phelan ist nicht länger Marineminister der USA. - keystone

Phelan, früher Investmentbanker, trat den Posten im März vergangenen Jahres an. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag unter anderem bei der Stärkung des Schiffbaus sowie der maritimen Industrie.

Wie die «New York Times» unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, schwelten seit Monaten Spannungen zwischen Phelan und seinen beiden Vorgesetzten, Verteidigungsminister Pete Hegseth und dessen Stellvertreter Stephen Feinberg. Besonders Feinberg war demnach zunehmend unzufrieden damit, wie Phelan die neue Schiffbau-Initiative der Marine umsetzte.

Angriffe auf jüdische Einrichtungen: Zwei Festnahmen in England

01.15: In den Ermittlungen zu einer Serie von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen in England hat die Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei zwei weitere Verdächtige festgenommen. Die beiden Männer im Alter von 19 und 26 Jahren seien in Watford nördlich der britischen Hauptstadt gefasst worden. Dies teilte die Metropolitan Police mit.

Die Festnahmen erfolgten demnach im Rahmen einer proaktiven Ermittlung im Zusammenhang mit einer mutmasslichen Verschwörung zur Durchführung eines weiteren Brandanschlags gegen die jüdische Gemeinschaft. Das genaue Ziel des Anschlags war laut der Mitteilung zunächst nicht bekannt.

Kommentare

User #4777 (nicht angemeldet)

Die Hisbolla würde damit normalerweise angeben. Sie verneint es, also war es mal wieder eine false Flag Tat

User #5207 (nicht angemeldet)

Wie es wohl waere wenn jeder Haushalt private Waffen besitzen wuerde?

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