UN Menschenrechtsbüro verurteilt Siedlergewalt gegen Palästinser
Das Genfer UN-Menschenrechtsbüro wirft Sicherheitskräften vor, zu spät und falsch bei Gewalt gegen Palästinenser im Westjordanland eingegriffen zu haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Konfrontationen im Westjordanland ist ein 38-jähriger Mann erschossen worden.
- Das UN-Menschenrechtsbüro kritisiert das Handeln Israels als Besatzungsmacht.
Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hat einen Angriff jüdischer Siedler auf palästinensische Bauern im besetzten Westjordanland verurteilt. Dabei sei am vergangenen Samstag ein 38-jähriger Familienvater von hinten erschossen worden, hiess es heute Dienstag.
Mitarbeiter hätten das Dorf Al-Mughajir besucht. Nach Angaben der Bewohner hätten 30 teils bewaffnete Siedler palästinensische Bauern auf ihren Feldern angegriffen. Dann hätten sie im Dorf um sich geschossen.
Tränengas zum Schutz?
Die in der Nähe stationierten israelischen Sicherheitskräfte hätten nach diesen Angaben erst nach zwei Stunden eingegriffen. Sie hätten die Dorfbewohner aber nicht beschützt, sondern mit Tränengas vertrieben. Insgesamt seien 20 Dorfbewohner verletzt worden.
Nach Darstellung der israelischen Armee war es zunächst zu Konfrontationen mehrerer Palästinenser mit einem Israeli gekommen. Dabei sei der Israeli leicht verletzt worden. Anschliessend sei es zu einem Konflikt mit israelischen Siedlern gekommen.
Dabei hätten die Siedler Schüsse abgegeben, ein Palästinenser sei getötet und weitere verletzt worden. Israelische Sicherheitskräfte hätten Mittel zur Auflösung von Unruhen eingesetzt. Der Vorfall werde noch untersucht, sagte eine Sprecherin heute Dienstag.
Gewalt steigt
Die durchschnittliche monatliche Zahl gewalttätiger Übergriffe durch Siedler sei 2018 um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das geht aus der Mitteilung des UN-Menschenrechtsbüro hervor.
Israel habe als Besatzungsmacht die Pflicht, die palästinensische Bevölkerung vor solchen Übergriffen zu schützen. Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte ein Sprecher des Büros in Genf.












