UN-Kritik an Leichenbergung aus Trümmern im Gazastreifen
Im Gazastreifen werden nach und nach die sterblichen Überreste von Opfern israelischer Bombenangriffe aus den Schuttbergen zerstörter Häuser geborgen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, kritisiert allerdings das Vorgehen des Militärs im von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens.

«Auch heute noch werden viele Gebiete im Gazastreifen, in denen das israelische Militär stationiert ist, von Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht, ohne Rücksicht auf die Toten unter den Trümmern», teilte Türk in Genf mit. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie prüften die Aussagen.
Das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) betont, dass Angehörige ein Anrecht darauf hätten, ihre Familienmitglieder mit Würde zu beerdigen. Gleichzeitig müssten auch mögliche Beweise für Verstösse gegen das internationale Völkerrecht bei den israelischen Angriffen gesichert werden.
«Israel ist nach dem Völkerrecht verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass diese sterblichen Überreste gefunden, identifiziert und in Würde gemäss den religiösen und kulturellen Überzeugungen der Familien beigesetzt werden», sagte Ajith Sunghay, Leiter des OHCHR-Büros für die besetzten palästinensischen Gebiete. «Stattdessen macht die Gesamtheit des Verhaltens Israels jede systematische, grossangelegte Suche, Bergung und Identifizierung nahezu unmöglich.»
Das Büro habe schon 2024 dokumentiert, dass bei dem israelischen Einsatz von schweren Bomben in Wohngebieten das Völkerrecht verletzt worden sein könnte. Internationale Ermittler müssten Zugang zu allen Teilen des Gazastreifens erhalten, um bei der Beweissicherung zu helfen, forderte Türk.
Nach Angaben palästinensischer Behörden wurden seit November 2025 die sterblichen Überreste von 630 Menschen geborgen. Die Zahl der Vermissten im gesamten Gazastreifen wird nach Angaben des OHCHR-Büros mit mindestens 8.000 angegeben.










