Ukraine greift Sotschi an – Putins Rückzugsort unter Beschuss
Die Ukraine hat Sotschi mit Drohnen angegriffen. Fünf Menschen wurden verletzt, während Explosionen nahe Putins Residenz gemeldet wurden.

Die Ukraine hat den russischen Ferienort Sotschi am Schwarzen Meer erneut mit Drohnen angegriffen. Bei den nächtlichen Attacken wurden nach Angaben regionaler Behörden fünf Menschen verletzt, darunter ein Kind, berichtet der «Focus».
Drei Wohnhäuser seien bei den Angriffen beschädigt worden. Im Internet veröffentlichte Aufnahmen sollen Explosionen über der Stadt und den Einsatz russischer Luftabwehr zeigen.
Der ukrainische Generalstab erklärte am 14. September, ein 92N6-Multifunktionsradar eines russischen S-400-Systems in Sotschi getroffen zu haben. Eine offizielle Bestätigung von russischer Seite liegt für den behaupteten Treffer nicht vor.
Ukraine greift mehrere Ziele in Russland mit Drohnen an
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Nähe zu Putins offizieller Sommerresidenz Bocharow Rutschej. Ein Telegram-Kanal behauptete laut dem «Focus», die Drohnen hätten das Gelände direkt angegriffen.
Ukrainische Behörden äusserten sich zunächst nicht zu dem mutmasslichen Angriff auf die Residenz. Putin hatte Sotschi vor dem Krieg regelmässig besucht, war dort zuletzt aber seit fast 350 Tagen nicht mehr.
Das unabhängige russische Investigativmedium «Proekt» berichtete im Oktober 2024 über den Abriss des Hauptgebäudes von Bocharow Rutschej. Satellitenbilder hätten an der Stelle damals nur noch eine Baugrube gezeigt.
Sotschi erneut Ziel ukrainischer Drohnenangriffe
Nach Einschätzung von «Proekt» könnte der Abriss mit Sorgen vor möglichen ukrainischen Drohnenangriffen zusammenhängen. Ein Zusammenhang wurde von russischer Seite nicht offiziell bestätigt.
Sotschi war bereits am 3. September Ziel eines ukrainischen Angriffs mit einer unbemannten Überwasserdrohne. Nach Angaben vom «Focus» wurde dabei der Hafen der Stadt angegriffen.
Ziel soll das Mehrzweckschiff «Nefrit» gewesen sein. Die ukrainische Marine erklärte, das Schiff unterstütze russische Öl- und Gasoperationen und gehöre damit zur wirtschaftlichen Infrastruktur des Krieges.
Ukraine zerstört russische Marine-Drohne im Schwarzen Meer
Auch im Schwarzen Meer kam es zuletzt zu einem Gefecht zwischen unbemannten Fahrzeugen. Laut dem «Focus» soll eine ukrainische Sargan 3000 dabei eine russische Marine-Drohne zerstört haben.
Die Sargan 3000 war demnach mit einer ferngesteuerten Protector-Waffenstation und einem 12,7-Millimeter-Maschinengewehr ausgestattet. Ein von der ukrainischen Marine veröffentlichtes Video soll das Gefecht zeigen.

Sotschi liegt mehr als 640 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der genaue Startpunkt der eingesetzten Seedrohnen ist öffentlich nicht bekannt, wie der «Focus» schreibt.
Ukraine greift weitere Ziele in Russland mit Drohnen an
Auch am 15. September wurden weitere ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Gebiet gemeldet. Der «T-online» zufolge wurde dabei eine Industrieanlage in der Region Samara beschädigt.
Auch in Taganrog wurden Schäden gemeldet. Dort seien unter anderem Lagerhallen betroffen gewesen.
Nach russischen Angaben wurden in der Nacht zum 14. September insgesamt 399 ukrainische Drohnen abgeschossen. Diese Zahl lässt sich bislang nicht unabhängig überprüfen.












