Tusk warnt vor russischen Angriffen auf Nato-Staaten
Polens Regierungschef Donald Tusk warnt vor möglichen russischen Angriffen auf Nato-Staaten in den kommenden Wochen.

Polens Regierungschef Donald Tusk erwartet eine Verschärfung der russischen Angriffe auf die Ukraine und ihre Unterstützer. Tusk sagte im polnischen Parlament, Geheimdienste sähen ein reales Risiko für Drohnen- und Raketenangriffe auf Nato-Staaten.
Betroffen sein könnten demnach Länder an der östlichen Flanke des Bündnisses, darunter Polen. Wie die «Welt» berichtet, könnten solche Angriffe laut Tusk als vermeintliche Unfälle dargestellt werden.
Moskau könnte damit eine Reaktion der Nato erschweren und Zweifel an der Bündnissolidarität fördern. Tusk sprach zudem von einem möglichen russischen Plan für hybride Angriffe gegen Länder, die die Ukraine unterstützen.
Tusk warnt vor möglichen Angriffen
Besonders aufmerksam beobachtet Tusk den zunehmenden Einsatz strahlgetriebener Drohnen durch Russland. Diese flögen höher und schneller als ältere Modelle und seien deshalb schwieriger durch Luftabwehrsysteme abzufangen.
Seine Einschätzung stütze sich laut der «Welt» auf Erkenntnisse polnischer, ukrainischer, amerikanischer und Nato-Geheimdienste. Tusk erklärte, solche Angriffe könnten darauf abzielen, die Geschlossenheit des Bündnisses zu schwächen.
Nach Angaben der «Tagesschau» stehen die Warnungen im Zusammenhang mit mehreren Drohnenvorfällen nahe der polnisch-ukrainischen Grenze. Bei einem jüngsten Vorfall wurde in Polen Luftalarm ausgelöst und die Luftwaffe setzte Kampfjets ein.
Sorge an der NATO-Ostflanke
Die «Tagesschau» schreibt zudem von weiteren Zwischenfällen in osteuropäischen Nato-Staaten. In Litauen und Polen wurden demnach militärische Drohnen gefunden, während es in den vergangenen Monaten weitere ähnliche Vorfälle gab.
Tusk erwartet für Spätherbst und Winter die bislang kritischste Phase des russisch-ukrainischen Krieges. Gleichzeitig rechnet er mit intensiveren Angriffen auf ukrainische Infrastruktur und Nachschubwege.
Im Fokus stehen laut Tusk auch Grenzübergänge zwischen der Ukraine und ihren europäischen Nachbarn. Allein an der polnisch-ukrainischen Grenze habe es innerhalb einer Woche vier entsprechende Vorfälle gegeben.
Polen reagiert auf die Bedrohung
Nach Angaben vom «Focus» hatte Polen zuvor zwei Flughäfen vorübergehend geschlossen. Die Massnahme erfolgte demnach vorsorglich während russischer Angriffe auf den Westen der Ukraine.
Der zivile Flugbetrieb wurde nach Ende der militärischen Einsätze wieder aufgenommen. Polen hatte die Schliessungen mit möglichen Auswirkungen der Angriffe auf den eigenen Luftraum begründet.

Tusk will am Freitag nach Kiew reisen und dort mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sprechen. Laut der «Welt» sollen dabei insbesondere die ukrainische Energieversorgung und weitere Schutzmassnahmen thematisiert werden.
















