Türkische Journalistin nach LGBT-Razzien verhaftet

Keystone-SDA
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Türkei,

Ein Gericht in Ankara hat gegen die türkische Journalistin Tugba Tekerek sowie sieben weitere Personen Haftbefehle erlassen.

ARCHIV - Ein Mann schwenkt eine LGBT+-Fahne, während er an einer Kundgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen teilnimmt. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
ARCHIV - Ein Mann schwenkt eine LGBT+-Fahne, während er an einer Kundgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen teilnimmt. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa - Keystone/AP/Emrah Gurel

Es bestehe der Verdacht eines Verstosses gegen das Vereinsgesetz und der Beihilfe zur Veröffentlichung obszöner Inhalte, zitierte die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka das Gericht.

Tekerek und die anderen Inhaftierten waren im Rahmen der sogenannten «Meine Familie ist sicher»-Operation am vergangenen Wochenende festgenommen worden, die sich gegen zahlreiche LGBT-Vereine, Veranstaltungsorte und Aktivisten richtete. Die türkische Justiz leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Vorwurfs der Prostitution und Obszönität ein. Die englische Abkürzung LGBT steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transmenschen.

Freie Journalistin bei der Deutschen Welle

Tekerek arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die türkische Ausgabe der Deutschen Welle, den Auslandssender Deutschlands. Bekannt ist sie unter anderem für ihre Berichterstattung über LGBT-Personen in Georgien. Die Journalistengewerkschaft der Türkei TGS forderte ihre Freilassung.

Neben ihr wurden sieben Vorstandsmitglieder der LGBT-Organisation Kaos GL festgenommen, wie die Deutsche Welle berichtete. Kaos GL ist eine der bekanntesten Organisationen, die sich in der Türkei für die Rechte von LGBT-Personen einsetzen. Den Haftbefehl begründete das Gericht mit der Position der Verdächtigen innerhalb des Vereins sowie Beiträgen in den sozialen Medien, wie Anka berichtete. Ausserdem bestünde Fluchtgefahr und ein Risiko der Beweisvernichtung.

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Kommentare

User #3240 (nicht angemeldet)

Ich hatte immer schon Mühe mit dieser Bewegung und Indoktrination an den Kindergärten, Schulen.

User #6100 (nicht angemeldet)

Es wird ein anderer Wind wehen. Seit Jahren kritisieren rechte Akteure wie die AfD, Trump oder die SVP den Begriff „Wokeness“ und stellen ein empathisches Miteinander als Schwäche dar. Mit dieser Abwertung nimmt jedoch auch die gesellschaftliche Rücksichtslosigkeit zu. Phänomene wie Vandalismus, Illegale Autorennen, Umweltverschmutzung und Gewalt gehören mittlerweile zum Alltag. Schwächere Gruppen – darunter Obdachlose, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderungen – sowie Frauen erleben wieder mehr Benachteiligung und Anfeindungen. Statt von Empathie wird der öffentliche Raum zunehmend von Respektlosigkeit, Hass und Hetze geprägt.

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