Stadt Zürich

    Zürcher Resti klagt wegen Strassen-Sanierung: «Gefährdet Existenz»

    Ginger Hebel
    Ginger Hebel

    Zürich,

    Die Sanierung der Talstrasse in der Stadt Zürich bringt für viele Geschäfte und Restaurants erhebliche Einschränkungen und Umsatzeinbussen.

    Die Bauarbeiten an der Talstrasse sind fürs Gewerbe verheerend.
    Die Bauarbeiten an der Talstrasse sind für das Zürcher Gewerbe verheerend. - Ginger Hebel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Sanierung hat für die Geschäfte und Restaurants entlang der Zürcher Talstrasse Folgen.
    • Die Erreichbarkeit ist schwieriger geworden – Parkplätze sind weggefallen.
    • Ein Restaurant findet klare Worte: «Wir haben mehr als ein Drittel unseres Umsatzes verloren.»

    Absperrungen, Umleitungen, Bauarbeiten. Für die Geschäfte entlang der Zürcher Talstrasse hat das Folgen. Die Erreichbarkeit ist schwieriger geworden, Parkplätze sind weggefallen, und auch die Anlieferung ist fast unmöglich.

    Das bekommt etwa das Restaurant Luigia zu spüren. «Unsere Teams sind dem Baustellenlärm sowie den Beschwerden der Kunden ausgesetzt», schreibt das Restaurant auf Anfrage.

    Einige Gäste hätten angekündigt, bis zum Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr zu kommen. Auch das Waxing-Studio Wax in the City spürt die Auswirkungen der Baustelle und beklagt einen Rückgang der Kundenzahlen. Die Anlieferung würde immer schwieriger.

    Seit April 2026 wird die Talstrasse umfassend saniert. Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober 2027 dauern und rund 20 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig werden Leitungen für Fernwärme und -kälte verlegt.

    Restaurant
    Gäste sitzen in einem Restaurant in Zürich. (Symbolbild) - keystone

    Dahinter steht der Seewasserverbund CoolCity, über den die Innenstadt mit erneuerbarer Energie zum Heizen und Kühlen erschlossen werden soll. Geplant sind zudem durchgehende Velostreifen, neue Velo-Abstellplätze, ein lärmarmer Belag und Tempo 30.

    Für die ansässigen Unternehmen bedeutet das weniger Kundschaft und eine lange Phase mit Einschränkungen. Bei Blumen Krämer, dem rund 130 Jahre alten Traditionsgeschäft mit bis zu 38 Mitarbeitenden, zeigt sich dies insbesondere bei den Lieferungen.

    «Jeden Tag kommen Blumenlieferungen. Chauffeure und Lieferanten müssen Paletten und Wagen wegen der veränderten Verkehrsführung teilweise anders oder von Hand transportieren», sagt Geschäftsinhaber Paul Fleischli.

    Sollte die Stadt Zürich Geschäfte während der Sanierung stärker unterstützen?

    Die Abläufe seien dadurch «kompliziert und aufwendig» geworden. Auch die Kundschaft erreiche das Geschäft schlechter. «Der Wegfall von Parkplätzen macht uns Sorgen», betont Fleischli.

    Das Unternehmen versucht, sich anzupassen: Kundinnen und Kunden können sich ihre Einkäufe nach Hause liefern lassen, zudem soll der Webshop ausgebaut werden.

    Fleischli stellt die Sanierung grundsätzlich nicht infrage. Die Nutzung der Restwärme des Zürichsees für die Fernwärme bezeichnet er als «wegweisend».

    Wirtschaftliche Folgen

    Dass die Baustelle für die Gewerbetreibenden eine erhebliche Belastung darstellt, räumt auch das Tiefbauamt ein. Die Arbeiten seien jedoch notwendig, um die Infrastruktur zu erhalten und den Fernwärmeausbau voranzutreiben.

    Von der erneuerten Infrastruktur würden langfristig auch Gewerbe und Gastronomie profitieren, argumentiert die Stadt. Für die Gewerbetreibenden geht es neben der organisatorischen Bewältigung der kommenden Monate auch um die wirtschaftlichen Folgen der langen Bauphase.

    Betroffen sind Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze. Paul Fleischli wünscht sich deshalb, dass die betroffenen Unternehmen während der Bauzeit bestmöglich begleitet werden.

    Strassensperre Licht rot gelb
    Seit April 2026 wird die Talstrasse umfassend saniert. (Symbolbild) - Pixabay

    Da Vermieter kaum bereit seien, Mietzinsreduktionen zu gewähren, trügen die Betriebe das wirtschaftliche Risiko praktisch allein. «Es entsteht der Eindruck, dass dem Detailhandel seiner wirtschaftlichen Bedeutung nicht mehr angemessen Rechnung getragen wird.»

    Die Stadt versuche, die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Spezielle Lösungen oder Unterstützungen für die betroffenen Geschäfte seien aber nicht vorgesehen. Es gelten die gleichen Bedingungen wie bei anderen städtischen Strassenbaustellen.

    Das Restaurant Luigia findet klare Worte: «Eine Baustelle dieser Grössenordnung und Dauer kann ein Restaurant in seiner Existenz gefährden. Wir haben mehr als ein Drittel unseres Umsatzes verloren.»

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.

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    Kommentare

    User #6020 (nicht angemeldet)

    ich klage der bund gefährdet meine existenz

    User #2667 (nicht angemeldet)

    Man weiss eigentlich schon lange, dass die Zürcher Stadtregierung keine Gewerbetreibende mehr möchte. Da wird mit allen Mitteln versucht diese zu vertreiben. Baustellen werden jahrelang betrieben obschon mit guter Organisation die Zeit halbiert werden könnte.

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