Trump nennt nach Drohung Iran-Gespräche «sehr gut»
Nach seiner Drohung, den Iran zu vernichten, lobt Trump dreistündige Diplomatie am Rande der UN-Vollversammlung als «sehr gut».

Erstmals seit Monaten haben Vertreter der USA und des Iran wieder direkt miteinander verhandelt. Das bestätigte US-Präsident Trump am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York.
Das dreistündige Treffen sei «sehr gut» und «sehr produktiv» verlaufen, sagte Trump laut «Bloomberg». Ein weiteres Gespräch sei für die nahe Zukunft geplant.
Die Gespräche fanden über Vermittler statt, die zwischen beiden Delegationen pendelten. Das präzisierte US-Sondergesandter Steve Witkoff auf der Plattform X.
Witkoff und Kushner am Tisch
Auf US-Seite nahmen Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Beide hatten schon die Verhandlungen geleitet, die dem im Februar begonnenen Krieg gegen den Iran vorausgingen.
Laut der «Berliner Zeitung» war Irans Aussenminister Abbas Araghtschi der iranische Vertreter. Katar und Pakistan fungierten als Vermittler, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf zwei iranische Beamte.
Witkoff äusserte sich zuversichtlich: «Ich habe gerade ein sehr gutes Gefühl», sagte er laut «Bloomberg». Er hoffe, dass die Gespräche «sich als konstruktiv und vielversprechend erweisen werden».
Trump: Drohung und Diplomatie am selben Tag
Der Tonwechsel kam rasch – wenige Stunden zuvor hatte Trump vor der UN-Generalversammlung noch eine scharfe Drohung ausgestossen.
Trump stellte die Frage, ob er ein Abkommen mit dem Iran schliessen oder die Islamische Republik vernichten solle. Er fragte ausserdem rhetorisch, ob er den Iran «in die Hölle schicken» solle.
Der iranische Generalstab habe Trumps Äusserungen als «feindselig» bezeichnet und erklärt, man sei zu noch härteren Schlägen bereit. Iran hat sich offiziell weder zur Zusammensetzung der eigenen Delegation noch zu Ergebnissen geäussert, berichtet die «Berliner Zeitung».
Teheran stellt Bedingungen für Hormus
Irans Aussenminister Araghtschi übermittelte der US-Seite laut «Berliner Zeitung» Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus.

Dazu gehören die Aufhebung der US-Seeblockade, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und ein Ende aller Kriegshandlungen.
Die USA lehnten die Forderung nach Aufhebung der Seeblockade ab, meldete der arabische Sender Al-Arabija unter Berufung auf einen US-Vertreter. Über die Meerenge wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Gases transportiert: Sie ist seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert.












