Top-Offizier verteidigt Nato nach Hegseths scharfer Kritik
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisierte europäische Partner beim Shangri-La-Dialog. Der oberste Offizier der Allianz verteidigt nun die Nato.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisierte europäische Nato-Partner scharf beim Shangri-La-Dialog in Singapur. Der oberste Offizier der Nato reagiert nun auf diese Kritik und verteidigt das Militärbündnis öffentlich.
Admiral Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, bekräftigt im Interview mit RSI den Zusammenhalt der Allianz. Er räumt zugleich ein, dass ein tiefgreifender Wandel innerhalb der Verbündeten nötig sei, wie das «SRF» berichtet.
Cavo Dragone dreht die Perspektive um und sagt, die US-Forderung nach mehr europäischem Engagement sei keine Neuheit. Die europäische Rolle neu zu definieren, dient einer alten Geschichte, die nun dringlicher geworden ist.
Einzigartige Stärke der Nato
Der Admiral betont, man brauche keine Lektionen über die Organisation der Allianz von asiatischen Partnern. Im Gegenteil könnten die asiatischen Partner von der Nato lernen, so Cavo Dragone laut «SRF».
Cavo Dragone sagte, es seien 32 Nationen, die in Harmonie zusammenarbeiteten. Ohne auch nur einen Millimeter Nato-Territorium an irgendeinen Feind abzugeben, hätten sie dies 76 Jahre lang geschafft.
Dieser Erfolg sei politisch und militärisch einzigartig innerhalb der internationalen Sicherheitsarchitektur.
Pragmatischer Ansatz wichtig
Die Stärke der Allianz liegt laut Cavo Dragone gerade in der Fähigkeit, Entscheidungen im Konsens zu treffen. Länder mit unterschiedlichen Interessen und Sensibilitäten können trotzdem gemeinsam handeln, berichtet das «SRF» im Detail.
Hegseth hatte Europa vorgeworfen, sich die asiatischen US-Verbündeten zum Vorbild zu nehmen für schnellere Verteidigungsstärkung.
Die USA benötigen Partner statt Protektorate, erklärte der Verteidigungsminister beim Shangri-La-Dialog, wie die «DW» schreibt.
Europäische Autonomie notwendig
Die Frage bleibt laut «SRF», ob Europa militärisch autonomer von den Vereinigten Staaten werden kann oder muss. Die Antwort des Admirals ist deutlich: Das sollte es sein, um das transatlantische Verhältnis neu auszubalancieren.

Der geplante US-Truppenabzug aus Deutschland wird von Cavo Dragone herunterspielt als normaler Prozess, wie «Cash» meldet. In einem reifen Bündnis müsse ein Partner einspringen können, wenn der Hauptakteur Kräfte verlagere.
Der Zusammenhalt der Allianz sei davon nicht betroffen, versichert der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses gegenüber den Medien. Europäische Minister betonen zudem die Verflechtung der globalen Sicherheitsinteressen zwischen Asien und Europa.












