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Terrormiliz IS greift Flughafen im afrikanischen Niger an

Keystone-SDA
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Niger,

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) hat die Verantwortung für einen aussergewöhnlichen Angriff im Niger übernommen. Der internationale Flughafen der Hauptstadt Niamey und die angrenzende Luftwaffenbasis gerieten in der Nacht zu Donnerstag unter Beschuss durch bewaffnete Angreifer und Drohnen, woraufhin Luftabwehrsysteme feuerten. Drei zivile Flugzeuge wurden durch Schüsse beschädigt.

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Nigerianische Nationalgardisten - keystone

Es ist das erste Mal seit Beginn des islamistischen Terrors in der Region vor mehr als einem Jahrzehnt, dass der Flughafen in Niamey derart angegriffen wurde. Auf der Luftbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Die seit einem Putsch 2023 amtierende Militärregierung beendete die militärische Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen westlichen Partnern. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht.

Auf dem Gelände sollen Experten zufolge auch etwa 1.000 Tonnen Uran lagern. Nigrische Behörden haben im vergangenen Jahr die Kontrolle über die Uranmine des französischen Konzerns Orano in Arlit übernommen. Das für den Export bestimmte Uran lagert Experten zufolge bereits seit Ende des Jahres am Flughafen, weil die Strassen für die Ausfuhr zu unsicher sind. Sicherheitsexperten zufolge kommt Russland als wahrscheinlichster Käufer des nuklearen Brennstoffs infrage. Der Niger und Russland haben dies dementiert.

Der nigrische Machthaber Abdourahamane Tiani sagte im Staatsfernsehen, bei dem Angriff seien vier Soldaten verletzt worden. Sicherheitskräfte hätten 20 Angreifer getötet und 11 weitere festgenommen. Er beschuldigte die Präsidenten Frankreichs, der Elfenbeinküste und Benins der Unterstützung für die Angreifer. Solche Anschuldigungen erhebt die Junta häufig gegen die Länder, die ihr nach dem Staatsstreich mit Konsequenzen gedroht hatten.

Die Terrormiliz IS teilte mit, sie habe einen koordinierten Angriff durchgeführt, der Menschenleben gefordert und schwere Schäden verursacht habe. Satellitenbilder, die der Deutschen Presse-Agentur vorlagen, zeigten Schäden an mehreren Dächern der Luftwaffenbasis.

Der grossteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger in Westafrika hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Konflikt zwischen dem Staat und Terrorgruppen wurden 2025 nach Erhebungen der Konfliktdatenorganisation Acled fast 2.000 Menschen getötet, darunter mehr als 800 Zivilisten – deutlich mehr als im Vorjahr. Auch die angrenzenden Staaten Mali und Burkina Faso sind immer wieder schweren Angriffen ausgesetzt.

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