Köniz beschliesst Ausstieg aus fossiler Gasversorgung ab 2041
Die Gemeinde Köniz hat den Ausstieg aus der fossilen Gasversorgung eingeleitet. Der Gemeinderat beauftragte den Energieversorger Energie Wasser Bern (EWB), das Gasnetz ab 2041 etappenweise stillzulegen und die Versorgung auf erneuerbare Wärmelösungen umzustellen.

Das teilten die Gemeinde und EWB am Dienstag mit. Erste Stilllegungen seien ab 2041 in den Ortsteilen Wabern, Spiegel und Niederwangen vorgesehen. Parallel dazu sollen Wärmeverbünde entstehen, welche die betroffenen Gebiete künftig mit erneuerbarer Wärme versorgen.
Die Gasstrategie orientiert sich am Klimaschutzreglement der Gemeinde. Dieses sieht vor, dass Köniz bis 2045 das Netto-Null-Ziel erreicht. Nach Angaben der Gemeinde wird ein grosser Teil der CO2-Emissionen von Öl- und Gasheizungen verursacht.
Gemäss der vom Gemeinderat beschlossenen Strategie sollen erneuerbare Wärmelösungen ausgebaut, Teile des Gasnetzes ausser Betrieb genommen und die verbleibende Gasmenge durch erneuerbares Gas ersetzt werden. Bereits heute bestehe das Standardprodukt für die Kundschaft zur Hälfte aus Biogas, hiess es.
Der geplante Wärmeverbund Bern-Wabern soll dereinst rund 5000 Haushalte mit Wärme aus Überschusswasser des Pumpwerks Schönau versorgen. Für Niederwangen ist ein Wärmeverbund vorgesehen, der unter anderem Energie aus der Kehrichtverwertungsanlage Forsthaus sowie von weiteren nachhaltigen Wärmeträgern nutzen soll. Denkbar sind etwa Erdsondenspeicher und Holz.
Ob das Gasnetz ab 2045 auch in den Ortsteilen Köniz und Liebefeld stillgelegt wird, ist laut Communiqué noch offen. Das hängt laut Mitteilung vom Ausbau der Fernwärme in diesen Gebieten ab.
Betroffene Liegenschaftsbesitzer sollen mindestens 15 Jahre vor einer Stilllegung schriftlich informiert werden. Der genaue Zeitpunkt der Deaktivierung des Gasanschlusses werde drei Jahre im Voraus bekanntgegeben. Für den Ersatz der Heizungen verweisen Gemeinde und EWB auf kostenlose Beratungsangebote.
Bereits Ende 2024 hatte EWB bekanntgegeben, dass in der Stadt Bern bis 2045 der grösste Teil der Gasinfrastruktur ausser Betrieb genommen werde. Erste Abschnitte werden ab 2040 stillgelegt, die betroffenen Hauseigentümer wurden bereits informiert.






