Tägliche Lernzeit deutscher Schüler halbierte sich im Lockdown
Während des Lockdowns lernten deutsche Schüler nur noch halb so viel wie zuvor. Eine Studie zeigt, wie wichtig die Wiedereröffnung der Schulen ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Während des Corona-Lockdowns mussten Schüler von Zuhause lernen.
- Die Lernzeit der Schüler halbierte sich während der Schulschliessung.
Während des Corona-Lockdowns waren auch die Schulen geschlossen. Schüler in Deutschland haben sich während dieser Zeit nur noch halb so viel mit dem Unterrichtsstoff befasst. Eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts spricht von der täglichen Beschäftigung der Schüler.
Die Lernzeit sei von 7,4 auf 3,6 Stunden gesunken, wie das Institut am Mittwoch berichtet. Dabei verweist es auf eine eigene Befragung von rund 1100 Eltern. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen laut Institut, wie wichtig die Rückkehr zum normalen Schulbetrieb sei.
So verbrachten die Schüler den Lockdown
38 Prozent der Schüler lernten laut Studie höchstens zwei Stunden, 74 Prozent nicht mehr als vier Stunden pro Tag. Vor dem Lockdown befassten sich die Schulkinder vier Stunden mit passiven Onlinebeschäftigungen, wie etwa Fernsehen, Computerspielen oder der Handynutzung. Während der Schulschliessung stieg die Zahl auf 5,2 Stunden pro Tag. Eltern verdoppelten zugleich die Zeit des Lernens mit ihren Kindern auf eine Stunde, wie die Studie berichtet.

Das ifo-Institut verwies zugleich auf Ergebnisse einer Befragung aller Menschen in Deutschland. Ihr zufolge stuften 79 Prozent die Schliessung der Schulen während der Corona-Krise im Frühjahr als eine richtige Massnahme ein. Ebenso viele sprachen sich zugleich dafür aus, in einem solchen Fall eine Pflicht zum Onlineunterricht einzuführen. 78 Prozent befürworteten eine Anweisung an Lehrer, auf täglicher Basis mit ihren Schülern in Kontakt zu treten.
Onlineunterricht und Aufgaben
Nach den Ergebnissen der Elternbefragung aus dem Juni erhielten nur sechs Prozent der Schüler täglichen Onlineunterricht. Für 57 Prozent gab es höchstens einmal in der Woche einen gemeinsamen Unterricht via Internet. Individueller Kontakt zu den Lehrern war demnach noch seltener.

96 Prozent der Schüler erhielten jede Woche Aufgabenblätter, die sie bearbeiten sollten. 64 Prozent erhielten zu ihren Lösungen wenigstens einmal in der Woche eine Rückmeldung.
Bei den Ergebnissen der Befragung handelt es sich laut Institut um einen Bestandteil des regelmässigen ifo-Bildungsbarometers, der vorab ausgekoppelt wurde. Dieses erscheint regulär im September.