Streit um Militärbasen: US-Abgeordnete bringen Gesetzentwurf ein

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    USA,

    In den USA ist ein Streit über die Änderung strittiger Namen von Militärbasen entfacht. Im Repräsentantenhaus wurde nun ein Gesetzesentwurf eingebracht.

    donald trump
    Will trotz breiter Rassismus-Debatte in den USA keine Militärbasen mit historischen Namen von Befürwortern der Sklaverei umbenennen: US-Präsident Donald Trump. - sda - KEYSTONE/AP/Patrick Semansky

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Rassismus-Debatte hat die amerikanische Erinnerungskultur erreicht.
    • Die USA streiten sich über die Änderung strittiger Namen von Militärbasen.
    • Im Repräsentantenhaus wurde nun ein Gesetzesentwurf eingebracht.

    Im US-Repräsentantenhaus haben Abgeordnete der Demokraten und Republikaner einen Gesetzentwurf zur Änderung strittiger Namen von amerikanischen Militärstützpunkten eingebracht. US-Präsident Donald Trump lehnt eine Umbenennung strikt ab.

    «Jüngste, weithin sichtbare Fälle von rassistischer Gewalt und Rassismus haben den dringenden Bedarf für Wandel unterstrichen.» Das heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Demokraten Anthony Brown und des Republikaners Don Bacon.

    Es geht um Stützpunkte, die nach Führern der Konföderierten Staaten benannt sind. Die Konföderierten hatten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gegen den Norden gekämpft. Sie hatten sich gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze gewehrt.

    Rassismus-Debatte erfasst US-Erinnerungskultur

    Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat eine breite Debatte über Rassismus in den USA angestossen. Dabei geht es zunehmend auch um die amerikanische Erinnerungskultur.

    floyd proteste
    Demonstrationen in der US-Hauptstadt Washington. - Keystone

    Dem Gesetzentwurf zufolge soll eine Nationale Kommission geschaffen werden. Sie soll Vorschläge für andere Bezeichnungen von Einrichtungen erarbeiten, die Namen trügen, «die nicht den Werten dieses Landes oder der Mission des Militärs der Vereinigten Staaten entsprechen».

    «Die Symbole und Individuen, die unser Militär ehrt, sind von Bedeutung», erklärte Brown. «Das Entfernen dieser Namen wird ein weiterer Schritt in der ehrlichen Aufarbeitung unserer Geschichte und ein Ausdruck dafür sein, dass wir weiterhin danach streben, eine perfektere Union zu bilden.»

    Trump will keine Umbenennungen

    Bacon erklärte, für das Militär als vielfältigster Teil der amerikanischen Gesellschaft sei es nur richtig, «dass unsere Einrichtungen die Namen von militärischen Helden tragen, die für die besten Ideale unseres Staates stehen».

    trump coronavirus
    US-Präsident Trump spricht bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. - keystone

    Trump hatte am Mittwoch deutlich gemacht, dass es in seiner Präsidentschaft keine Umbenennungen geben werde. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany sagte, er würde eine etwaige Gesetzgebung des Kongresses nicht unterschreiben. Um Trump zu überstimmen, wäre eine Zweidrittelmehrheit im demokratisch kontrollierten Repräsentantenhaus und im republikanisch dominierten Senat nötig.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Trump Wahlbeamter Verteidigungsminister
    27 Interaktionen
    Weltstrafgericht
    donald trump
    15 Interaktionen
    Vor «Anarchisten»
    19 Interaktionen
    Trump-Kirchen-Besuch
    Leapmotor B03X
    181 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR IN POLITIK

    1 Interaktionen
    Sanaa/Riad
    Harris
    28 Interaktionen
    Besuch in Bern
    6 Interaktionen
    Teheran
    Europarat Bundesstadt Marieke Kruit
    41 Interaktionen
    Kruit reagiert

    MEHR AUS USA

    Lionel Messi
    2 Interaktionen
    Nichts verlernt
    15 Interaktionen
    Washington
    Mariana Mazzucato
    44 Interaktionen
    Fordert Veränderung