In Bulgarien hat am Sonntagmorgen eine Stichwahl um die Präsidentschaft begonnen. Als Favorit gilt der 58 Jahre alte General der Reserve Radew.
Rumen Radew, Präsident von Bulgarien, kommt beim bulgarischen Nationalfernsehen zu einer Vorwahldebatte an. Foto: Valentina Petrova/AP/dpa
Rumen Radew, Präsident von Bulgarien, kommt beim bulgarischen Nationalfernsehen zu einer Vorwahldebatte an. Foto: Valentina Petrova/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Valentina Petrova

Das Wichtigste in Kürze

  • In Bulgarien haben die Stichwahlen zur Präsidentschaftswahl begonnen.
  • Als Favorit gilt der 58 Jahre alte General der Reserve Radew.

Dabei tritt Amtsinhaber Rumen Radew gegen den Rektor der Universität Sofia, Anastas Gerdschikow, an. Als Favorit gilt der 58 Jahre alte General der Reserve Radew.

Bei der ersten Wahlrunde vor einer Woche kam er auf gut 49 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer lag mit rund 22 Prozent auf Platz zwei. Es gab insgesamt 23 Kandidaten. Die Vollmachten des bulgarischen Präsidenten sind begrenzt.

Radew hatte 2020 die Strassenproteste gegen den im April wegen Korruption abgewählten Regierungschef Boiko Borissow (GERB) unterstützt. Der frühere Kampfpilot und Luftwaffenchef wird jetzt neben den Sozialisten (früheren Kommunisten) auch von den Protestparteien unterstützt. Radew erhielt bereits bei seiner Wahl 2016 als russlandfreundlicher Kandidat die Zustimmung der Sozialisten.

Der Absolvent der Humboldt-Universität in Berlin Gerdschikow (58) tritt als Unabhängiger an. Er wird von Borissows bürgerlicher GERB und der Partei der türkischen Minderheit DPS unterstützt. Auch der Professor kündigte bei dem Fernsehduell mit Radew der Korruption den Kampf an: «Diese Schande muss stoppen», sagte Gerdschikow.

Gut 5,7 Millionen Wahlberechtigte wurden zum vierten Mal in diesem Jahr aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Politologen gingen jetzt von einer noch geringeren Wahlbeteiligung als beim ersten Wahlgang aus. Damals hatte sie bei 40,5 Prozent gelegen. Die dritte Parlamentswahl für 2021, die mit der ersten Wahlrunde der Präsidentenwahl zusammenfiel, wurde von einer neuen Anti-Korruptions-Partei PP gewonnen, die Staatschef Radew nahe steht.

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