In Tschechien haben die zweitägigen Parlamentswahlen begonnen. Ein Sieg für den populistischen Regierungschef Andrej Babis gilt als wahrscheinlich.
Andrej Babi?
Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Tschechien hat die Parlamentswahl zum Abgeordnetenhaus begonnen.
  • Gute Chancen hat der populistische Regierungschef Andrej Babis.
  • Dies, obwohl ihm Geldwäscherei und Steuerhinterziehung vorgeworfen werden.

In Tschechien hat die zweitägige Parlamentswahl zum Abgeordnetenhaus begonnen. Die Wahllokale öffneten am Freitagnachmittag bei sonnigem Herbstwetter. Die mehr als acht Millionen Wahlberechtigten können ihre Stimme auch noch am Samstag bis 14.00 Uhr abgeben.

Letzte Umfragen wurden eine Woche vor der Wahl veröffentlicht. Diese sagten einen Sieg für den populistischen Regierungschef und Multimilliardär Andrej Babis voraus. Der tschechische Präsident Miloš Zeman erteilt nach der Wahl den Auftrag zur Regierungsbildung.

Vorwürfe der Geldwäsche und Steuerhinterziehung

Offen blieb zuletzt, welchen Einfluss die neuen Enthüllungen aus den «Pandora Papers» haben werden. Nach den Recherchen eines Journalistennetzwerks soll Babis 2009 über Briefkastenfirmen für 15 Millionen Euro Immobilien in Frankreich gekauft haben. Der 67-Jährige wies Vorwürfe der Geldwäsche und Steuerhinterziehung entschieden zurück.

Milos Zeman
Milos Zeman ist seit 2013 dritter Staatspräsident der Tschechischen Republik. - Keystone

Die Babis-Stammwähler dürften sich nach Einschätzung des Soziologen Jan Herzmann von der Affäre nicht beeindrucken lassen. «Sie sind überzeugt, dass er unschuldig ist, was immer auch geschieht», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Neu besetzt werden die 200 Sitze im Abgeordnetenhaus, der wichtigeren der beiden Parlamentskammern. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 61 Prozent. Überschattet wird die Abstimmung von Sorgen über den Gesundheitszustand von Präsident Zeman. Der 77-Jährige musste zuletzt alle öffentlichen Termine absagen.

Mehr zum Thema:

Regierungschef Abstimmung Euro