SPD-Vorsitzbewerber Roth übt scharfe Kritik am Zustand seiner Partei
Der Bewerber für den SPD-Parteivorsitz, Michael Roth, sieht seine Partei in einer desolaten Verfassung.

Das Wichtigste in Kürze
- «Verzagtheit, notorisch schlechte Laune, unterirdischer Umgang miteinander».
Auf die Frage nach dem derzeit grössten Problem der SPD sagte er der Zeitung «Welt» (Donnerstagsausgabe): «Ihre Verzagtheit. Ihr unterirdischer Umgang untereinander. Ihr mangelndes Selbstbewusstsein.» Roth bescheinigte den Sozialdemokraten zudem «notorisch schlechte Laune». Auch ihre «ständige Selbstbeschäftigung und ihren Hang, den eigenen Leuten tiefe Wunden beizufügen», müsse sie aufgeben.
Dann werde die SPD «wieder zu einer wunderbaren Partei», sagte der 48-Jährige, der sich mit der nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Christina Kampmann als Spitzenduo für den SPD-Vorsitz beworben hat.
Er wolle sich aber nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen, sagte Roth weiter und fügte hinzu: «Für alles, was hinter uns liegt, sind sicher unsere zahlreichen Ex-Parteivorsitzenden ideale Ansprechpartner.»
Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles sucht die SPD nach Nachfolgern. Kampmann und Roth hatten Anfang Juli als erstes Bewerber-Duo ihre Kandidatur bekannt gegeben. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September.
Der Interims-Vorstand wünscht sich insbesondere Kandidaturen von Zweierteams, Einzelbewerbungen sind aber auch möglich. Anschliessend stimmen die Mitglieder ab. Die formale Entscheidung über den künftigen Vorsitz und auch über die Installierung einer Doppelspitze fällt der Parteitag im Dezember.










