Sicherheitsstrategie: Neue US-Linie setzt Europa unter Druck

Maike Lindberg
Maike Lindberg

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Die neue Sicherheitsstrategie der USA unter Trump fordert mehr Lastenteilung, politischen Kurswechsel und stärkt nationalkonservative Kräfte in Europa.

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Washingtons neue Sicherheitsstrategie macht massiv Druck auf die europäischen Partner. - Depositphotos

Mit ihrer neuen Sicherheitsstrategie hat die US-Regierung ihren Kurs gegenüber Europa verschärft und den Druck auf ihre Verbündeten erhöht. In der Strategie heisst es, die USA wollten keine «free rider» mehr akzeptieren. Das sind laut der US-Regierung Länder, die von amerikanischem Schutz profitieren, aber zu wenig in eigene Verteidigung investieren.

Verbündete sollen deutlich mehr vom Bruttoinlandprodukt in Rüstung und Einsatzbereitschaft stecken, um die «über Jahrzehnte aufgebauten Ungleichgewichte» abzubauen.​

US-Sicherheitsstrategie priorisiert eigene Interessen

Gleichzeitig kündigt das Dokument eine «Neuajustierung» der militärischen Präsenz an. Truppen sollen stärker in Regionen mit unmittelbarer Bedeutung für US-Interessen verlegt werden.

Europäische Schauplätze sollen als weniger prioritär beschrieben werden, wie «Handelsblatt» berichtet. Die US-Regierung stellt klar, dass sie Bündnisstrukturen nicht mehr als Automatismus versteht.

Bist du für eine Kurswende in Sachen Migration in Europa?

Stattdessen will Washington «zielgerichtete Partnerschaften» schmieden, bei denen Verpflichtungen an konkrete Reformen, höhere Verteidigungsausgaben und wirtschaftliche Gegenleistungen geknüpft werden.​

Politischer Druck auf EU und Mitgliedstaaten

Experten lassen verlauten, dass das Papier Europa nicht nur sicherheitspolitisch adressiere, sondern offen eine politische Kurskorrektur fordert. Vizeminister hätten demnach erklärt, Europa müsse sich «zwischen NATO und EU entscheiden», so «ZDFheute».

Die Strategie wirft EU-Regierungen vor, durch Migration, Regulierung und angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit ihren eigenen Niedergang zu riskieren. Laut einer Analyse der «Deutschen Welle» sieht Washington die EU zunehmend als Akteur, der amerikanischen Interessen im Weg steht.

Besonders kritisch ist die Passage, in der die US-Regierung den Einfluss «patriotischer Parteien» in Europa lobt. Diese Entwicklung schaffe laut Strategie «Grund zum Optimismus», weil sie gegen den etablierten Kurs in Brüssel gerichtet sei. ​

Strategische Botschaft an Europa

CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen spricht im «Deutschlandfunk» von einer «zweiten Zeitenwende» für Europa. Die USA stellten nicht mehr primär Russland als Gegner in den Mittelpunkt, sondern sähen die EU selbst als Problemfeld.​

Das Dokument betone laut «Handelsblatt» weiterhin die Bedeutung eines «starken Europas». Jedoch klar unter der Bedingung, dass dieses Europa seine «frühere Stärke» wiederherstellen und Verantwortung für die eigene Verteidigung übernehmen soll.

Sicherheitsstrategie
US-Präsident Trump fordert in seiner neuen Sicherheitsstrategie eine Kursänderung von Europa. - keystone

In der Wortwahl spiegelt sich die Erwartung, dass europäische Staaten stärker im Sinne amerikanischer Interessen handeln. Mehrere Experten, etwa von der «Europäischen Stabilitätsinitiative» und «Carnegie Europe», sehen darin faktisch eine doppelte Botschaft:

Einerseits die Drohung mit militärischem und politischem Rückzug. Andererseits die Bereitschaft, nationalkonservative Kräfte zu unterstützen, die in vielen EU-Staaten auf einen Kurswechsel drängen.​

Kommentare

User #4998 (nicht angemeldet)

Die Welt hat einen guten Artikel geschrieben. Wir befinden uns einem historischen Wandel. Europa muss sich neu denken. Viele haben das noch nicht wahr genommen und verdrängen das alles.

User #1338 (nicht angemeldet)

Würde es heute noch Diplomaten geben: 1. Die Ukraine hat lange vor 2022 weite Teile im Osten verloren. 2. Kann man (Ukraine) nun etwas hergeben was einem sowieso schon nicht mehr gehört. 3. Wäre Frieden. Das hätte man alles schon im Februar 2022 erledigen können, aber undiplomatisch wie die EU und NATO eben sind war Krieg die einfachste Lösung. Ich vermute ein Intelligenztest bei EU Politikern fällt sehr hoch aus, allerdings muss man das - Zeichen vor dem Hohen 3 Stelligen Wert beachten.

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