Selenskyj kritisiert Aussagen von Rheinmetall-Chef
Mit Äusserungen über «ukrainische Hausfrauen», die Drohnen bauen, hat der Chef von Rheinmetall für Empörung gesorgt. Selenskyj reagierte mit deutlicher Kritik.

Armin Papperger, Chef von Rheinmetall, hatte im Interview mit dem Magazin «The Atlantic» gesagt, an ukrainischen Drohnen arbeiteten «ukrainische Hausfrauen». Diese würden Teile mit 3D-Druckern in der Küche produzieren, wie «T-Online» berichtet.
Der Konzern-Chef bezeichnete dies als «keine Innovation» und verglich es mit einem Spiel aus Lego-Steinen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Pappergers Aussagen als «befremdlich» und «grotesk».
Selenskyj reagiert scharf
Laut dem «Handelsblatt» äusserte sich Selenskyj dazu mit deutlicher Ironie. Er sagte, wenn jede Hausfrau in der Ukraine tatsächlich Drohnen bauen könne, könne sie ebenso Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall werden.
Er betonte zudem, entscheidend seien nicht Worte, sondern technologische Ergebnisse, schreibt der «Tagesspiegel».
Er verwies dabei auf die Einzigartigkeit der ukrainischen Kriegserfahrung, die zur Entwicklung moderner Drohnentechnologien beigetragen habe.
Rheinmetall bemüht sich um Schadensbegrenzung
Der Präsidentenberater Alexander Kamyschin erklärte im Onlinedienst X, dass ukrainische Drohnen mehr als 11'000 russische Panzer zerstört hätten. Dies steht in deutlichem Kontrast zu Pappergers Einschätzung der Innovationskraft, schreibt der «Tagesspiegel».

Nach der Kritik erklärte Rheinmetall, es habe «grössten Respekt» vor den enormen Anstrengungen des ukrainischen Volkes, berichtet «T-Online». Das Unternehmen betonte zugleich, dass die Ukraine besonders hervorstechend mit begrenzten Mitteln äusserst effektiv kämpfe.
Rheinmetall gehört zu den wichtigsten deutschen Rüstungskonzernen, die mit der Ukraine zusammenarbeiten und Waffen an das Land liefern. Umso grösser fiel die Irritation aus, dass ausgerechnet dieser Konzern-Chef die ukrainischen Entwicklungen derart deutlich abwertete.












