Sechs auf einen Streich: Weitere Rücktritte in London

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Grossbritannien,

    Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson verliert in eigenen Reihen seinen Rückhalt. Fünf Staatssekretäre traten am Mittwochnachmittag zurück.

    Boris Johnson
    Der britische Ex-Premierminister Boris Johnson. (Archivbild). - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Erneute tretet Personal aus Boris Johnsons Reihen zurück.
    • Somit verliert der Skandal-Premierminister immer mehr an Rückhalt.
    • Stimmen, die nach einem erneuten Misstrauensvotum fordern, werden lauter.

    Der britische Premierminister Boris Johnson verliert rasant an Rückhalt in den eigenen Reihen. Am frühen Mittwochnachmittag traten gleich fünf Staatssekretärinnen und Staatssekretäre um die Gleichstellungsbeauftragte Kemi Badenoch auf einen Schlag zurück.

    Es werde immer deutlicher, dass die Regierung nicht mehr funktioniere, schrieben sie. Alle gelten als junge, aufstrebende Polittalente.

    Kurz danach folgte mit Mims Davies eine weitere Staatssekretärin. Damit legten bisher 28 Amtsträger von Johnsons Konservativer Partei wegen des Verhaltens des Regierungschefs ihre Posten nieder. Das berichtete der Sender Sky News.

    London
    Das britische Unterhaus in London. - UK PARLIAMENT/AFP

    Unter den Zurückgetretenen waren auch der stellvertretende Generalstaatsanwalt für England und Wales, Alex Chalk, sowie mehrere sogenannte Parliamentary Private Secretaries (PPS), die als «Augen und Ohren» der Ressortchefs im Parlament gelten. Die Regierungskrise war am Dienstagabend mit den Rücktritten von Gesundheitsminister Sajid Javid und Finanzminister Rishi Sunak ausgelöst worden. Bisher sind aber alle anderen Ressortchefs noch im Amt.

    Nach Zählungen von Denkfabriken waren bisher rund 150 konservative Abgeordnete in irgendeiner Form Mitglied der Regierung. Das ist gängige Praxis in Grossbritannien.

    Mit den Ernennungen auf teils bezahlte, teils unbezahlte Posten wollen Premierminister die Fraktionsmitglieder eng an sich binden und parteiinterne Rebellionen im Keim ersticken. Dieser Plan dürfte nun für Johnson nicht mehr funktionieren. Ein weiteres Misstrauensvotum wurde in Kürze erwartet.

    Kommentare

    Weiterlesen

    22 Interaktionen
    «Geruch des Todes»
    boris johnson
    21 Interaktionen
    Zukunft ungewiss

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    FSB Geheimdienst Russland
    18 Interaktionen
    Kriegsgegnerin
    infa
    5 Interaktionen
    Hacker behauptet
    2 Interaktionen
    London