Seit Wochen bereiten Berichte über einen russischen Truppenaufmarsch nahe der Ukraine Sorge. Russland weist Kritik zurück, eine Bedrohung zu sein.
Nikolai Patruschew Wladimir Putin
Nikolai Patruschew in Jerusalem. (Archivbild) - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Westen bereiten russische Truppen an der ukrainischen Grenze seit Wochen Sorge.
  • Der russische Sicherheitsratschef Patruschew gibt nun an, keinen Krieg zu wollen.
  • Es herrsche keine Bedrohung durch Russland, das sei eine «komplette Absurdität».

Russlands Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Land sei eine Bedrohung für die Ukraine. «Derzeit wird davon gesprochen, Russland bedrohe die Ukraine», sagte Patruschew am Sonntag der Agentur Interfax zufolge in St. Petersburg.

«Das ist eine komplette Absurdität, es gibt keine Bedrohung.» Der frühere Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB beschuldigte zudem den Westen, bezüglich eines möglichen Krieges «eigennützige Erfindungen» zu verbreiten. «Wir wollen keinen Krieg, wir brauchen ihn überhaupt nicht», sagte Patruschew.

Wladimir Putin Ukraine-Krieg
Wladimir Putin lässt in Russland keine Kritik am Ukraine-Krieg zu. - dpa

Zuvor hatte bereits das Aussenministerium in Moskau westliche Medien scharf für Beiträge über russische Truppenaufmärsche kritisiert. «Der Hype in westlichen Medien um die russisch-ukrainischen Beziehungen hat einen Siedepunkt erreicht. Oder besser gesagt: ein extremes Stadium des Wahnsinns», heisst es in einer Mitteilung. Bei der Verlegung von Militär ins benachbarte Belarus etwa handele es sich lediglich um Vorbereitungen für ein gemeinsames Manöver im Februar.

Berichte über Truppenaufmarsch bereiten Sorge

Im Westen sorgen Berichte über einen massiven russischen Truppenaufmarsch in der Nähe der Ukraine seit Wochen für Sorge. Befürchtet wird, dass Moskau einen Angriff auf das Nachbarland planen könnte. Der Kreml dementiert das. Für möglich wird auch gehalten, dass nur Ängste geschürt werden sollen, um die Nato-Staaten zu Zugeständnissen bezüglich neuer Sicherheitsgarantien zu bewegen.

Ukraine
Ukrainische Verteidigungskräfte gestern Samstag in Kharkiv. - Keystone

Die Nato und die USA hatten am vergangenen Mittwoch jeweils schriftlich auf Forderungen Moskaus nach Garantien für die Sicherheit in Europa geantwortet. Vor allem mit Blick auf verbindliche Zusagen für ein Ende der Nato-Osterweiterung zeigten beide Seiten aber keine Verhandlungsbereitschaft.

Russen wollen Aufnahme der Ukraine in Nato verhindern

Das weitere Vorgehen Moskaus hänge nun auch von Antworten der Mitgliedstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ab, sagte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow im Staatsfernsehen. Russland hatte den OSZE-Ländern Ende schriftlich die Frage gestellt, wie sie gewährleisten wollen, die eigene Sicherheit nicht auf Kosten der Interessen eines anderen Staates zu festigen.

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Der russische Aussenminister Sergej Lawrow. - Keystone

Russland will insbesondere eine Aufnahme der Ukraine in die Nato verhindern und begründet das mit eigenen Sicherheitsinteressen. «Allen ist klar, dass die Ukraine nicht bereit ist und keinen Beitrag zur Stärkung der Nato-Sicherheit leisten wird», sagte Lawrow. «Das wird die Beziehungen zu Russland wirklich untergraben.»

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