Protest in Kuba: Angriff auf kommunalen Parteisitz
Bei einem lokalen Protest gegen Stromausfälle in Kuba haben Demonstranten einem Medienbericht zufolge einen Sitz der Kommunistischen Partei angegriffen. «Für Vandalismus und Gewalt wird es keine Straflosigkeit geben», schrieb der Präsident des sozialistischen Karibikstaates, Miguel Díaz-Canel, auf der Plattform X.

Der Vorfall ereignete sich laut dem staatlichen Provinzmedium «Invasor» in der Nacht zum Samstag in der Stadt Morón im Zentrum der Insel. Eine kleinere Gruppe habe den Sitz des kommunalen Parteikomitees mit Steinen beworfen und Möbel aus dem Gebäude auf der Strasse angezündet. Der Protest habe sich gegen Stromausfälle und Versorgungsprobleme gerichtet. Fünf Menschen seien festgenommen worden. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos sollen den Vorfall zeigen, konnten zunächst jedoch nicht unabhängig überprüft werden.
Díaz-Canel erklärte zugleich: «Es ist verständlich, dass die anhaltenden Stromabschaltungen Unmut in unserem Volk auslösen». Er machte eine verschärfte «Energieblockade» der USA für die Krise verantwortlich.
Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel Kuba bestätigte am Freitag Gespräche mit den USA über das angespannte Verhältnis beider Länder. Kubanische Vertreter hätten sich kürzlich mit Vertretern der US-Regierung getroffen, um Möglichkeiten zur Lösung bilateraler Differenzen auszuloten, sagte Díaz-Canel.
Kuba steckt derzeit in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution unter Fidel Castro 1959. Immer wieder kommt es zu stundenlangen Stromausfällen, selbst staatlich subventionierte Grundnahrungsmittel sind knapp. Havanna führt die Krise vor allem auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende US-Handelsembargo zurück. Zugleich erhöhte die Regierung von US-Präsident Donald Trump zuletzt den Druck auf die Insel: Nach der Gefangennahme des venezolanischen autoritären Präsidenten Nicolás Maduro und Massnahmen gegen Öllieferungen aus dem verbündeten Land brachen wichtige Lieferungen nach Kuba weitgehend weg und verschärften die Energiekrise zusätzlich.














