Der Notstand an den polnischen Grenzen bezüglich der Flüchtlingswellen wurde verlängert. Polen wirft Belarus vor, absichtlich die Migranten weiterzuschicken.
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Gestrandete Migranten an der polnisch-belarussischen Grenze - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Migranten sammeln sich an der polnischen Grenze.
  • Die polnische Regierung macht Belarus dafür verantwortlich.

Im September haben die polnischen Behörden fast 9000 Versuche von illegalen Grenzübertritten aus Belarus registriert. Das seien rund doppelt so viele wie im August, berichtete das Internetportal TVN24.pl am Montag unter Berufung auf das Innenministerium in Warschau.

Der polnische Grenzschutz meldete am selben Tag auf seiner offiziellen Twitter-Seite. Allein am Sonntag registrierte man 434 illegale Versuche zum Grenzübertritt. 16 irakische Staatsbürger sowie 12 mutmassliche Schleuser aus verschiedenen Ländern seien dabei festgenommen worden. Alle anderen Personen seien von der Grenze zurückgewiesen worden.

In Polen gilt seit Anfang September ein Ausnahmezustand in zahlreichen Gemeinden an der Grenze zu Belarus.

Polen wirft Belarus vor, absichtlich Migranten an die Grenze zu schicken

Mit dieser Massnahme will die polnische Regierung verhindern, dass Migranten von polnischer Seite aus beim Grenzübertritt unterstützt werden. Der Ausnahmezustand wurde zunächst für einen Monat verhängt. Am 1. Oktober unterzeichnete Präsident Andrzej Duda eine vom Parlament beschlossene Verlängerung um weitere 60 Tage.

Die polnischen Behörden werfen Belarus vor, absichtlich Migranten an die polnische Grenze zu schicken. Zudem würden sich Sicherheitskräfte des Nachbarlandes wiederholt an «Provokationen» wie dem Werfen von Gegenständen in Richtung der polnischen Grenzschützer beteiligen. Am Montag twitterte der polnische Grenzschutz Fotos einer Bombenattrappe, die an der Grenze deponiert worden sei. Am selben Tag rief der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, zu «medizinischer und humanitärer Hilfe» für Migranten auf.

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