Perus Präsident José Jerí nach vier Monaten abgesetzt
Korruption und geheime Treffen: José Jerí ist nach nur vier Monaten als Übergangspräsident Perus Geschichte – das Parlament stimmte für seine Absetzung.

Perus Kongress hat Übergangspräsident José Jerí mit deutlicher Mehrheit des Amtes enthoben. Wie das «SRF» berichtet, stimmten fast drei Viertel der Abgeordneten in einem Misstrauensvotum für seine Absetzung.
Der 39-Jährige war erst im Oktober ins Amt gelangt – nach der Absetzung seiner Vorgängerin Dina Boluarte. Laut «Euronews» war Jerí verfassungsmässig verboten, bei den Wahlen im April als Kandidat anzutreten.
Hintergrund sind mehrere geheime Treffen mit chinesischen Geschäftsleuten, die Jerí nicht offengelegt hatte. Das «SRF» berichtet, dass gegen den abgesetzten Präsidenten eine Voruntersuchung wegen Korruption läuft.
«Chifagate»: Der Skandal mit Kapuze und Sonnenbrille
Videos zeigten Jerí, wie er spät nachts mit Kapuze ein Restaurant des chinesischen Geschäftsmanns Zhihua Yang betrat. Ein zweites Treffen in einem Grosshandel – diesmal mit Sonnenbrille – verstärkte den Verdacht auf illegale Einflussnahme, schildert «NBC News».
Der Abgeordnete Hamlet Echevarría warf Jerí vor, seine Macht heimlich ausgeübt zu haben, so das «SRF». Jerí selbst wies alle Vorwürfe stets zurück.
Jerí erklärte im peruanischen Fernsehen, er habe kein Verbrechen begangen. Die Treffen mit Yang seien zufälliger Natur gewesen und hätten der Vorbereitung eines peruanisch-chinesischen Festes gedient, berichtet «Deutsche Welle».
José Jerí siebter Präsident in zehn Jahren
Politikexperte Michael Shifter vom Inter-American Dialogue sagte laut «NBC News», kein Zeichen von Weitblick sei erkennbar, sondern nur Wahlkalkül. Genug Abgeordnete hätten befürchtet, dass ihre Unterstützung für Jerí ihnen bei den Wahlen schaden würde.

Jerí ist bereits der siebte Präsident Perus innerhalb von zehn Jahren, wie das «SRF» festhält. Schon seine beiden Vorgänger wurden des Amtes enthoben.
Am Mittwoch will das Parlament seine Nachfolge wählen. Die Präsidentschaftswahlen sind für den 12. April angesetzt.












