Nordirland: Tausende zeigen Unterstützung für Oranier-Orden
Nach dem Verbot einer Parade des protestantischen Oranier-Ordens in einer vorwiegend katholischen Strasse der nordirischen Stadt Portadown haben laut BBC Tausende Menschen ihre Unterstützung für den Orden bekundet. Nach Angaben des britischen Senders marschierten einige hundert Mitglieder des Ordens am Samstagabend durch das Stadtzentrum. Begleitet wurden sie dabei demnach von Musikkapellen und Unterstützern.

Laut BBC war es die erste grosse Kundgebung der Oranier seit dem wochenlangen Streit um die Parade auf der Garvaghy Road ab Ende September. Die Marschroute durch die mehrheitlich von Katholiken bewohnte Strasse war zunächst zum ersten Mal seit knapp drei Jahrzehnten von einer Kommission wieder genehmigt worden. Das hatte jedoch zu Protesten von Anwohnern, Aktivisten und Politikern geführt, die den Marsch durch Gegendemonstrationen wochenlang verhinderten. Schliesslich untersagte der britische Nordirland-Minister die Parade aus Sicherheitsgründen.
Der Oranier-Orden ist eine protestantische Organisation, die nach dem niederländischen Adligen und britischen König Wilhelm von Oranien benannt ist. Der errang in der Auseinandersetzung mit seinem Schwiegervater und Vorgänger, dem abgesetzten katholischen König Jakob II., bei der Schlacht am Boyne 1690 einen entscheidenden Sieg, der die Unterwerfung Irlands und die jahrhundertelange Vorherrschaft der Protestanten besiegelte.
Mit ihren Paraden erinnern die Oranier an diesen Sieg. Sie werden daher von katholischer Seite als Demütigung und Symbol der Unterdrückung wahrgenommen, insbesondere, wenn die Züge durch mehrheitlich katholische Wohngegenden führen. In der Vergangenheit kam es im Streit um die Märsche immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Seit 1998 hatten die Behörden den Marsch über die Garvaghy Road untersagt.










