Nach seinem Rücktritt wegen Belästigungsvorwürfen ist der frühere New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo nun offiziell wegen eines sexuellen Übergriffs beschuldigt worden.
Andrew Cuomo
Andrew Cuomo - POOL/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Politiker soll im November wegen Belästigungsvorwürfen vor Gericht erscheinen.

Beim Stadtgericht von Albany sei eine Klage wegen eines «Sexualvergehens» gegen den 63-Jährigen eingereicht worden, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag (Ortszeit). Cuomo wird darin beschuldigt, im Dezember 2020 seine Hand in die Bluse einer Frau gesteckt und ihr an die linke Brust gefasst zu haben.

Cuomo soll nun am 17. November in der Sache vor Gericht erscheinen. Er war im August nach zehn Jahren im Amt zurückgetreten und damit einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen. Zuvor hatte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James einen Bericht veröffentlicht, in welchem dem Gouverneur vorgeworfen wird, elf Frauen sexuell belästigt zu haben.

Cuomo, der ursprünglich 2022 für eine vierte Amtszeit kandidieren wollte, hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne.

Der Bericht der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft zu den Vorwürfen gegen ihn sei als «politischer Knallkörper über ein explosives Thema» entworfen worden, sagte Cuomo vor zwei Monaten in seiner Abschiedsrede als Gouverneur. «Und es hat funktioniert. Es gab eine politische und mediale Massenpanik. Aber ich bin zuversichtlich, dass mit der Zeit die Wahrheit herauskommen wird.»

«Die heute gegen Cuomo eingereichte Klage wegen gewaltsamer Berührung bestätigt die Ergebnisse unseres Berichts», erklärte Generalstaatsanwältin James am Donnerstag. «Gewaltsame Berührung» ist ein Vergehen, das mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann.

Der aus einer Politiker-Dynastie stammende Cuomo war 2010 zum Gouverneur gewählt worden und zwischenzeitlich einer der Stars der Demokratischen Partei in den USA. Während der Hochphase der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurde der für sein Krisenmanagement gelobte Politiker sogar als möglicher Präsidentschaftskandidat seiner Partei gehandelt.

Später wurde ihm aber vorgeworfen, das Ausmass von Todesfällen in Pflegeheimen verheimlicht zu haben. Ausserdem warfen ihm immer mehr frühere Mitarbeiterinnen sexuelle Belästigung vor.

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