Zwischen Frankreich und England wurden 123 Menschen gerettet. Sie wollten illegal auf die Insel kommen. Seit 2018 haben die Überfahrts-Versuche zugenommen.
Mit aufblasbaren Booten riskieren Migranten die gefährliche Überfahrt
Mit aufblasbaren Booten riskieren Migranten die gefährliche Überfahrt - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 100 Personen mussten aus dem Ärmelkanal gerettet werden.
  • Die Flüchtlinge wollen von Frankreich nach England kommen.
  • Auch ein Helikopter musste bei einer Rettungsaktion helfen.

Auf dem Ärmelkanal sind binnen eines Tages mehr als hundert Migranten in Seenot gerettet worden. Die 123 Migranten, darunter mindestens elf Frauen und zwei Kinder, seien in mehreren Booten von Frankreich nach Grossbritannien unterwegs gewesen. Dies teilte die zuständige französische Behörde am Montag mit.

Ein in Seenot geratenes Boot mit 55 Migranten an Bord wurde nach Angaben der französischen Marine vor Équihen-Plage geborgen. Es wurde in den Hafen von Boulogne-sur-Mer zurückgebracht.

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Migranten ruhen sich in einem Lager nahes des Ärmelkanals aus. (Symbolbild) - Keystone

Ein weiteres Boot mit 37 Menschen an Bord war auf einer Sandbank vor der Küste von Dünkirchen gestrandet. Da Rettungsboote die betroffene Stelle nicht erreichen konnten, mussten die Bootsflüchtlinge per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden.

Überfahrts-Versuche nehmen zu

Zwei weitere Boote waren nach Angaben der Behörden vor Gravelines und Sangatte in Seenot geraten. Die Insassen wurden von den Einsatzkräften in den Hafen von Calais zurückgebracht.

Trotz Warnungen der Behörden vor den Gefahren auf der viel befahrenen Schifffahrtsroute haben die illegalen Überfahrten seit Ende 2018 zugenommen. Vergangenes Jahr wurden mehr als 9500 solcher Überfahrten oder versuchter Überfahrten gezählt. Das waren viermal mehr als 2019. Nachdem 2019 vier Bootsflüchtlinge auf dem Ärmelkanal gestorben waren, gab es 2020 sechs Tote und drei Vermisste.