Liberaler Alverado schlägt Evangelikalen

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    Costa Rica,

    In der Stichwahl hat sich in Costa Rica der liberale Kandidat durchgesetzt. Seine bevorstehenden Aufgaben werden schwer: Schliesslich muss er nicht nur den maroden Staatshaushalt sanieren.

    Anhänger von Carlos Alvarado feiern ihren Kandidaten
    Anhänger von Carlos Alvarado feiern ihren Kandidaten - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Kandidat der Regierungspartei PAC, Carlos Alvarado, setzte sich in der Stichwahl für das Präsidentenamt durch.
    • Sein Gegner, Fabricio Alvarado, ist nicht mit ihm verwandt.
    • Im Wahlkampf hatte Carlos vor allem liberale Positionen bezogen, während Fabricio das konservative Lager vertrat.

    Carlos Alvarado ist in Costa Rica zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 38-jährige Kandidat der Regierungspartei PAC setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen gleichnamigen, aber nicht verwandten Konkurrenten Fabricio Alvarado (43) durch, wie die Wahlkommission am Sonntag (Ortszeit) bekannt gab. Auf Carlos Alvarado entfielen demnach mehr als 66 Prozent der Stimmen. Ausgezählt waren knapp 91 Prozent der Stimmen. Rund 3,3 Millionen Costa Ricaner waren zur Wahl aufgerufen.

    Liberale Positionen setzen sich durch

    Der sozialdemokratische Regierungskandidat Carlos Alvarado, Hobby-Rocksänger und ehemaliger Arbeitsminister, steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen. In der ersten Wahlrunde war er auf knapp 22 Prozent gekommen. Er trat als politischer Erbe von Staatschef Luis Guillermo Solís an, der vor vier Jahren erstmals das höchste Staatsamt für die Mitte-Links-Partei PAC erobert hatte.

    Fabricio Alvarado im 1. Wahlgang noch vorne

    Der evangelikale Aktivist Fabricio Alvarado hatte dagegen im ersten Wahlgang mit knapp 25 Prozent der Stimmen gesiegt. Er trat als radikaler Gegner der Homo-Ehe auf, die nach einem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte in allen Mitgliedsstaaten zugelassen werden soll. Im Wahlkampf machte sich der Evangelikale die Empörung über die Anordnung in dem konservativen Land zunutze.

    Gespräche laufen bereits

    Carlos Alvarado wird keine eigene Mehrheit im Parlament haben. Beide Kandidaten hatten deshalb bereits Gespräche mit anderen Parteien eingeleitet, um im Fall eines Wahlsieges eine Koalitionsregierung aufzubauen. Carlos Alvarao wird sich mit einer schweren Krise des Staatshaushalts, Korruptionsaffären und ansteigender Drogenkriminalität auseinandersetzen müssen. Das Staatsdefizit betrug 2017 knapp sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts.

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