Konsumentenschutz kritisiert Apotheken für teure Schmerzmittel
Der Konsumentenschutz hat bei Testkäufen in Bern und Zürich grosse Preisunterschiede bei Paracetamol-Schmerzmitteln festgestellt. Laut einer Stichprobe empfahlen nur drei von zehn Apotheken auf Anhieb preiswerte Generika. Der Branchenverband nimmt die Apotheken in Schutz.

Bei den Stichproben hätten Apotheken von BENU und Coop Vitality erst auf explizite Nachfrage eine günstige Alternative angeboten, teilte der Konsumentenschutz am Donnerstag mit. Die getesteten Toppharm-Apotheken hätten den Testpersonen auch auf Nachfrage kein preiswertes Generikum verkauft.
Dabei stehe bei den Apotheken die beste Therapie für die Patientinnen und Patienten im Vordergrund, schrieb der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse auf Anfrage von Keystone-SDA. Oft kämen Personen mit spezifischen Wünschen nach einem Medikament in die Apotheke – oder aber sie suchten Rat bei einem Gesundheitsproblem.
Die Produktauswahl erfolge dann nicht nur nach kommerziellen Kriterien, sondern auch differenziert nach den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten. Zudem spielten ihr Vertrauen in Marke, Produkt oder Anbieter eine Rolle, ebenso wie die Benutzerfreundlichkeit und ihre Erfahrungen und Rückmeldungen zu Wirkung, Anwendung und möglichen Nebenwirkungen. «Wir befürworten die Abgabe von Generika. Aber man kann nicht verlangen, dass die Apotheken immer das günstigste Medikament an Lager haben und abgeben», so der Branchenverband.
Dabei sei zu unterscheiden, dass die Preise bei Präparaten, die von den Krankenkassen bezahlt werden, klar definiert seien. Im Dezember 2023 beschlossene Anpassungen würden die Generika-Abgabe in diesem Bereich fördern und Fehlanreize eliminieren.
Der Konsumentenschutz hingegen fordert nach den Testkäufen, dass Apotheken aktiv auf günstigere Generika hinweisen und die Preisunterschiede offen nennen müssen. Zudem sollten die hohen Margen auf Medikamenten deutlich gesenkt werden.






