Kallas will neue Russland-Sanktionen mit den USA
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hat bei einem Ukraine-Besuch an die USA appelliert, neue Sanktionen gegen Russland in Betracht zu ziehen.

«Wir wären deutlich stärker, wenn wir geschlossen auftreten und gemeinsam Druck auf Russland ausüben würden», sagte sie bei der Reise mit EU-Aussenministern zum vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha. Man dürfe nicht zulassen, dass die Ukraine angesichts des Iran-Kriegs in den Hintergrund gerate, sagte Kallas.
In der Kleinstadt Butscha nordwestlich von Kiew hatte die ukrainische Armee im März 2022 Hunderte Zivilisten tot gefunden, die laut Ermittlern von russischen Soldaten ermordet worden waren. Dies sei ein Beleg dafür, was unter russischer Besatzung geschehe, sagte Kallas am Rande einer Gedenkfeier in Butscha.
«Wer sagt, man solle einfach Territorium abtreten, verkennt, dass es nicht nur um Land geht, sondern um Menschen», sagte sie mit Blick auf US-Forderungen, die Ukraine solle in Friedensverhandlungen bei Gebietsfragen Kompromisse eingehen. In besetzten Gebieten werde getötet und gefoltert, und die Kultur der Menschen werde unterdrückt.
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha sagte in Butscha, ein wirksamer Verhandlungsprozess über ein Kriegsende sei ohne europäische Beteiligung unvorstellbar. «Wir gehören mit Europa zusammen und koordinieren immer gemeinsam unsere Position mit Europa. Die Ukraine ist ein Teil Europas.»










