Johann Wadephul nennt Voraussetzungen für Hormus-Einsatz

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Deutschland,

    Wadephul sieht Deutschland grundsätzlich bereit für einen Einsatz in der Strasse von Hormus. Zuvor fordert er aber ein Ende der Kämpfe und rechtliche Klarheit.

    Johan Wadephul
    Wadephul trifft Lawrow überraschend zu einem persönlichen Gespräch in New York. (Archivbild) - keystone

    Johann Wadephul hat die Bedingungen für eine mögliche deutsche Beteiligung an einer Mission in der Strasse von Hormus präzisiert. Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran seien weiterhin zentrale Fragen offen, berichtet die «Tagesschau».

    Der deutsche Bundesaussenminister erklärte, Deutschland sei grundsätzlich bereit, einen Beitrag zur Absicherung des Schiffsverkehrs zu leisten. Als mögliche Aufgabe nannte er die Räumung von Minen in der Meerenge.

    Noch sei jedoch unklar, welche konkreten Inhalte das angekündigte Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran enthalte. Die Bundesregierung will zunächst den vollständigen Vertragstext prüfen.

    Wadephul fordert klare Voraussetzungen

    Für einen möglichen Einsatz müsse zunächst feststehen, dass keine Kampfhandlungen mehr stattfinden. Ausserdem müsse laut der «ZDFheute» geklärt werden, ob beide Konfliktparteien eine internationale Minenräumung ausdrücklich unterstützen.

    Wadephul verwies zudem auf notwendige rechtliche Grundlagen. Dazu gehörten völkerrechtliche Voraussetzungen sowie die Anforderungen des deutschen Rechts, schreibt «Die Zeit».

    Soll Deutschland an einer Hormus-Mission teilnehmen?

    Erst danach könne sich der Deutsche Bundestag mit einem Mandat befassen. Wadephul betonte, dass die Voraussetzungen für eine unmittelbare Entscheidung derzeit noch fehlten.

    Europäische Staaten zeigen Bereitschaft

    Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien hatten zuvor ihre Unterstützung für die Wiederaufnahme der Schifffahrt signalisiert. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, über die die «Tagesschau» berichtet.

    Vorgesehen wäre eine rein defensive Mission. Sie soll Handelsschiffe unterstützen und mögliche Minen in der Wasserstrasse beseitigen.

    Frankreich hat seine Bereitschaft bereits konkretisiert, wie «Die Zeit» schreibt. Präsident Emmanuel Macron stellte in Aussicht, kurzfristig Kampfflugzeuge zur Beobachtung und Absicherung der Region zu entsenden.

    Iran-Abkommen bleibt in vielen Punkten offen

    Hintergrund der Debatte ist das geplante Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Nach Angaben der «Tagesschau» verständigten sich beide Seiten nach wochenlangen Verhandlungen auf eine Grundlage zur Beendigung des Konflikts.

    Die Unterzeichnung soll am Freitag in der Schweiz erfolgen. Das Abkommen soll unter anderem die Verlängerung der Waffenruhe und die Wiederöffnung der Strasse von Hormus vorsehen.

    Johann Wadephul europa
    Deutschland macht Russland für einen Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig verantwortlich – Wadephul spricht von Krieg gegen Europa. (Archivbild) - keystone

    Viele Details sind bislang jedoch nicht bekannt. Der «ZDFheute» zufolge handelt es sich zunächst um eine Absichtserklärung, deren genauer Inhalt erst nach der Unterzeichnung veröffentlicht werden soll.

    Wadephul warnt vor iranischer Nuklearmacht

    Wadephul betonte zudem die Bedeutung der Atomfrage. Der Iran dürfe keine Nuklearmacht werden, erklärte der Minister laut der «ZDFheute».

    Deutschland, Frankreich und Grossbritannien sehen darin eine zentrale Voraussetzung für mögliche Erleichterungen bei den europäischen Sanktionen. Dies berichtet «Die Zeit».

    Das Abkommen soll nach der geplanten Unterzeichnung am Freitag veröffentlicht werden. Erst dann werden die genauen Vereinbarungen zwischen Washington und Teheran bekannt sein.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2477 (nicht angemeldet)

    Deutschland versucht überall dabei zu sein, ABER wenn alles vorbei ist

    User #6436 (nicht angemeldet)

    Wüsste nicht was Waldipudel und D dort verloren hätten! Oder darf der Iran künftig die Überreste von Norstream überwachen, damit nicht noch mehr kaputt gemacht wird?

    Weiterlesen

    Donald Trump USA
    19 Interaktionen
    Rahmenabkommen
    ölpreise
    2 Interaktionen
    Rahmenabkommen

    MEHR IN POLITIK

    Luzern/Nidwalden
    Bern
    1 Interaktionen
    Zürich
    ukraine Selenskyj
    4 Interaktionen
    Beitritt

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    olise
    5 Interaktionen
    Rot
    6 Interaktionen
    Laut Analyse
    1 Interaktionen
    Hungerkrisen
    Roboter
    33 Interaktionen
    Ferngesteuert