Israel verzeichnet hohe Wahlbeteiligung am Morgen
Israel wählt erstmals seit dem Hamas-Überfall ein neues Parlament. Umfragen sehen Netanjahus Lager und Eisenkots Block gleichauf.

In Israel hat die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Überfall am Dienstagmorgen begonnen, wie der «Stern» berichtet. Laut der Wahlbehörde war die Beteiligung in den ersten drei Stunden so hoch wie seit 1981 nicht mehr.
Rund 7,3 Millionen Menschen sind stimmberechtigt, darunter mehr als eine halbe Million Erstwähler. Erste Hochrechnungen sollen nach Schliessung der Wahllokale um 22 Uhr Ortszeit vorliegen, endgültige Ergebnisse können Tage dauern.
Eisenkots Partei Jaschar lag in den Umfragen der vergangenen Wochen mehrfach vor dem Likud, schreibt «news.at». Für eine Mehrheit braucht es 61 der 120 Sitze, die laut den meisten Umfragen keinem Lager zufallen.
Knappe Ausgangslage
Gemäss dem «Stern» kommen Eisenkots Jaschar und die übrigen Oppositionsparteien auf etwa 50 bis 52 Sitze. Netanjahus rechtes Lager liegt etwa gleichauf, beiden Seiten fehlen demnach rund zehn Sitze zur Mehrheit.
Die beiden arabisch geprägten Listen, Vereinigte Liste und Raam, könnten bei einer Minderheitsregierung entscheidend sein. Ihnen werden zwölf bis 14 Sitze zugetraut, mit denen sie Abstimmungen in der Knesset entscheiden könnten.
Um auf 61 Sitze zu kommen, braucht Eisenkots Block laut «ZDFheute» mindestens die Enthaltung einer arabischen Partei. Er selbst hat diese Option nicht ausgeschlossen, einige Partner in seinem Bündnis lehnen sie hingegen ab.
Wie es in Israel nach dem Wahltag weitergeht
Eisenkot fordert eine staatliche Untersuchungskommission zu den Fehlern rund um den Hamas-Angriff, wie «ZDFheute» schreibt. Für 68 Prozent der jüdischen Wähler ist der 7. Oktober zentral für ihre Stimmabgabe, so das Israel Democracy Institute.

Kommt in Israel keine Regierung zustande, finden laut «news.at» innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen statt. Bis zur Vereidigung einer neuen Regierung bleibt das bisherige Kabinett unter Netanjahu geschäftsführend im Amt.
Keiner der beiden Spitzenkandidaten hat sich laut dem «Stern» öffentlich auf eine Kooperation mit den arabischen Listen festgelegt. Bei einem knappen Ergebnis könnten diese Listen zum Königsmacher werden, rund 20 Prozent der Menschen in Israel sind Araber.












